Das nächste Level


Eigentlich wäre heute der Beginn der Sailfish Swimnights und wir waren eigentlich auch alle Feuer und Flamme, dass endlich das Freiwasserschwimmen beginnt. Die Weite des Sees, endlich keine dämlichen, kaum enden wollende Kacheln mehr unter mir und kein lästiges Wenden. Kein Chlorgeruch, keine scharfkantigen Leitern und keine Leinen, die einen in geordneten Bahnen halten wollen. Freiwasserschwimmen ist einfach das einzig Wahre. Es ist die Freiheit, einfach bis zur Boje zu schwimmen und dann zu entscheiden, geht es weiter geradeaus, oder schwimme ich hier zurück?

Leider wurde die Veranstaltung wegen der Wassertemperatur abgesagt. Das Wasser hat nur 15°C als wir heute früh nachsehen, denn der Langener Waldsee kommuniziert die Wassertemperatur auf der Homepage. Und das ist wirklich eine sehr, sehr frische Temperatur. 18°C hätten wir sicherlich weggeschwommen, aber noch drei Grad weniger sind einfach kalt. Da beißt die Maus keinen Faden ab. Und ich verstehe, dass man da nicht zahlreiche Triathleten zusammen in die Weiten des Sees schicken möchte. Dafür ist kaltes Wasser einfach zu gefährlich.

Da nun also die erste Freiwassereinheit für dieses Jahr verschoben ist, und ich die Chefin jetzt nicht damit belästige, dass sie mir für die 30 Minuten vom Plan etwas anderes reinschreibt, mache ich selbst eine Alternativplanung. Knieübungen und Athletiktraining sind ja praktisch nie verkehrt. Zumindest meiner Meinung nach. Kann man natürlich sehen wie man möchte und ja, die Dosis macht das Gift, aber gerade den Rumpf, die Beine und die Arme, sowie den Rücken, die kann man doch immer trainieren. Da kann man auch wirklich so viel abwechseln, dass ich glaube, eine regelrechte Überlastung wird da – zumindest bei mir – niemals statt finden.

Ich ziehe mich also Athletiktraining-tauglich um und lege los. Wenn man einmal umgezogen ist, dann geht’s eben auch gleich rund. Aufwärmen mache ich flott an der Treppe und dann gibt’s im Anschluß gleich die einbeinigen Kniebeugen. Mittlerweile habe ich mich von 2 auf drei mal 5 Stück pro Bein vorgearbeitet. Einbeinige Kniebeugen kann man ja spektakulär und fototauglich mit nach vorne weggestecktem Bein machen, oder, so wie ich, das Bein nach hinten Wegstrecken. Ich glaube, ich mache also die Anfängerversion, finde sie aber trotzdem krass anstrengend.

Dann wälze ich mich auch noch ordentlich auf der Matte rum, mache allerlei Rücken- und Bauchmuskel- Übungen und wechsle im Anschluß auf das Wackelbrett. Hier balanciere ich mittlerweile wirklich ziemlich sicher auf dem Kissen und mache nun auch schon Kniebeugen auf dem Brett. Ich mache drei mal 5 Stück und muß kein einziges Mal absetzen. Wirklich erstaunlich, wenn ich an den Besuch auf der Messe zurückdenke und wie ich da nur mit Festhalten wenige Sekunden drauf stehen konnte. Heute dagegen sind Kniebeugen kein Problem. Das ist doch verrückt!

Und weil das tatsächlich so richtig verrückt ist, beschließe ich, dass es genau jetzt Zeit ist für das nächste Level. Das Wackelbrett hatte nämlich im Paket nicht nur das Luftkissen, sondern auch noch einen Ball und eine Rolle. Und heute wähle ich zur Abwechslung mal die Rolle. Wenn ich die unter das Wackelbrett lege, rutscht es von links nach rechts und es ähnelt von der Bewegung irgendwie dem, was ich der Skateboard oder Surfbewegung zuordnen würde. Beides Sportarten in denen ich talentfrei bin und zwar komplett.

Das nächste Level startet also heute. Und anscheinend hat das lange Training auf dem Luftkissen eine ganz gute Grundlage geschaffen. Denn das Surfen klappt besser, als gedacht. Ich bin gespannt, wie lange ich brauche, um mit der Rolle ähnlich vertraut zu werden, wie mit dem Luftkissen. Und ich bin gespannt, wie heftig der Muskelkater morgen sein wird. Wahrscheinlich fürchterlich.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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