Atemzugzeitrechnung


Heute steht dann tatsächlich Athletiktraining auf meinem Plan. Die Chefin konnte ja nicht ahnen, dass wir alle Frostbeulen sind und die Swimnight gestern offiziell abgesagt wird. Und dass ich statt Pause dann gestern schon Athletiktraining mache, dass konnte sie auch nicht wissen. Es war mir aber so gar nicht nach Pause. Anders als heute. Heute ist mir durchaus nach Pause. Eigentlich ist mir heute auch schon die Arbeit zu viel und der anstehende Wohnungsputz ebenfalls. Und dann eben auch noch der Trainingsplan.

Allerdings steht da drauf, Athletik und Stretching. Ich werde das einfach entsprechend interpretieren. Wahrscheinlich ist der Chefin jede Interpretation recht, außer die, dass ich denken könnte, auf der Couch rumsitzen ist auch Sport. Was ja auch nicht so richtig stimmt. Also beschließe ich, dass ich heute mal ein Yoga Video mit turne. Bei YouTube gibt’s ja so viele Damen (Männer habe ich wirklich noch keine gefunden), die mir bereitwillig Yoga vorturnen und dabei sanft und ruhig ihre Anweisungen geben. Erfreulicherweise kann ich die dann auch jederzeit stoppen, wenn ich nicht so flott bin, wie es die Damen so erwarten.

Selbst die Anfänger Videos sehen teilweise wirklich sehr spektakulär aus! Absolut nicht mein Level.

Auf der Arbeit machen wir regelmäßig mittags 5 Minuten Yoga, weil das die Kolleginnen, die offenbar viel versierter in dieser Sportart sind, als ich, erfreulicherweise mal angezettelt haben. Ich mache unregelmäßig mit, und finde das ganz cool. Nicht, dass mich das zum Virtuosen macht, aber es ist durchaus eine nette Abwechslung zum ständigen auf dem Stuhl sitzen. Auf der Arbeit machen wir immer Yoga mit Adrienne. Die Dame wirkt immer total entspannt und schon ihr einfaches Erscheinen auf dem großen Bildschirm im Konferenzraum finde ich beruhigend. Adrienne schafft es mit ihrer sanften Stimme sofort, dass das Telefonat oder die Differenz, die mich noch eben voll auf Trab gehalten hat, ganz weit weg erscheint.

Wer auch immer diese Idee im Kollegenkreis hatte, großartig! Da ich dieses Yoga zum Mittag Phänomen kürzlich mit Wonder Woman besprochen habe, hat sie mir ihren Yoga YouTube Tipp gegeben. Sie macht Yoga nicht mit Adrienne, sondern mit Mady. Irgendwie ähneln sich die beiden Damen aber, oder vielleicht ist das mit Yoga YouTubern eben einfach so? Das Konzept kommt eben auch an. Beide strahlen eine unfassbare Ruhe aus, dass ich kaum glauben kann, dass die auch mal gehetzt zu einem Termin kommen. Alles um sie rum passt sich einfach an, so scheint es mir.

Für heute Abend probiere ich, nach dem ich heute Mittag mit Adrienne etwas Entspannung gesucht habe, Yoga mit Mady. Ich stelle mich vorher etwas auf das Wackelbrett und übe surfen, dann dehne ich ausgiebig nach ihrer Anleitung. Manchmal ist dehnen ja auch gleich viel toller, wenn man es mit sanfter Stimme kommentiert bekommt und wenn ich statt einfach so zu atmen, das nach Vorgabe tue. Und wenn ich eine Dehnung genau noch zwei Atemzüge halten soll, kommt mir das auch viel entspannter vor, als wenn ich noch 10 Sekunden halten muß oder sowas. Eine Zeitangabe ist auch gleich wieder so un-entspannt. Da ist die Zeitmessung in Atemzügen doch gleich viel sympathischer.

Und ich habe ja auch eine wunderbare Yogamatte mit beruhigendem Blattdesign, die ich heute natürlich auch untergelegt habe. Also atme ich die Dehnung in den unteren Rücken hinein. Und dann mache ich mich mit jeder Atmung schwerer und bin erstaunt, wie unflexibel ich tatsächlich bin. Und dabei dehne ich doch regelmäßig! Aber im Alter scheint das eben nicht genug zu sein. Die Frage ist natürlich auch, wie wichtig ist es, dass ich mit meinen ganzen Händen im Stehen mit durchgedrückten Beinen den Boden berühren kann. Sicherlich ganz nett, aber ob das sein muß? Ich schaffe die Finger und nach etwas Nachdehnen auch die Hand, aber einfach oder leicht ist etwas anderes.

Mady hat mit ihrer Atemzugzeitrechnung bei mir heute erheblich zur Entspannung und Dehnung des kompletten Athletenkörpers beigetragen. Der Tipp der Wonder Woman war also prima. Sicherlich ist meine Yogaflexibilität und vor allem die Kraft noch deutlich ausbaubar, aber Übung macht sicherlich auch hier den Meister. Zum Abschluss stelle ich mich noch ein bisschen surfend auf das Wackelbrett. Wir machen nämlich im September in der Jochen Schweizer Arena mit Madita und Lisabet einen Surfkurs. Wer auf das schmale Brett gekommen ist, weiß ich schon gar nicht mehr, aber dafür schon mal etwas an der Balance zu arbeiten ist sicherlich nicht verkehrt. Und heute klappt es mit der Balance auf der Rolle auch schon wieder eine Idee besser, als gestern.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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