Hässliche Falte


Nach meinem Koppeltraining am Samstag war ich Sonntag faul und habe auch gleich den Montag als Ruhetag angehängt. Der stand allerdings offiziell im Trainingsplan. Ich glaube, am Sonntag hat mein Körper sich brilliant mit meinem Kopf abgesprochen. Ich hatte Muskelkater, ja, aber der war eigentlich nicht so krass, dass ich mich nicht hätte bewegen können. Ich hatte mehr so einen Erschöpfungszustand, was Sport angeht. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich eine Pause brauche am Sonntag. Also habe ich unfassbar viel im Haushalt erledigt. Alles Dinge, die mich jetzt eigentlich nicht sonderlich fordern, aber eben auch alles Dinge, die mal gemacht werden müssen.

Und wenn ich dann quasi sowieso Zeit habe, weil wir erst am späten Nachmittag Pläne hatten, dann kann man sich da auch mal ausmären. Das tat am Sonntag auf jeden Fall ganz gut und am Montag habe ich den offiziellen Ruhetag dann ebenso genossen. Vielleicht war es nach Samstag auch einfach Zeit für zwei Ruhetage. Einen für den Kopf und einen für die Muskulatur? Heute steht auf jeden Fall wieder Schwimmtraining auf dem Trainingsplan und so sind wir mit den üblichen Verdächtigen zum trainieren verabredet. Mein Plan ist heute denkbar einfach. Ich schwimme immer 50m und zwar immer im gleichen Tempo. Zügig. Und ich will das 1500m lang durchhalten, immer mit 5 Sekunden Pause.

Wahrscheinlich klappt das mit der Pause nicht konsequent, weil es immer mal etwas Ablenkung gibt und weil es auch nichts bringt total verbissen zu sein. Aber so einen Plan zu haben, ist auf jeden Fall hilfreich. Ich bin dann gleich viel motivierter, als ohne. Ohne habe ich immer das Gefühl, ich lasse mich nur so rumtreiben. Während ich also mit meinem Plan und den ersten Bahnen loslege, schlüpfen unsere zwei Kraichgau Starter in ihre Neoprenanzüge. Obwohl wir in der Halle schwimmen, ist es natürlich sinnvoll, dass man vor dem Wettkampf mal testet, ob auch alles sitzt und wenigsten ein paar hundert Meter mit Neo schwimmt.

Ganz ohne Wassergefühl und vollkommen neu mit dem Neo am Sonntag in den See zu rennen ist verständlicherweise nicht so das gelbe vom Ei. Und da das Wetter, bislang zumindest, noch nicht so freiwassertauglich war, verstehe ich, dass die Generalprobe heute im Becken statt findet. Man muß es mit der Kälte und dem See auch nicht übertreiben. Die beiden Athleten ziehen also fachmännisch den Neo an und marschieren ins Becken zur ersten Wässerung. Das Wasser ist auch hier im Becken frisch, und natürlich ist das Fluten des Neos immer unangenehm. Bis ich hier heute drin war, hat’s auch eine Weile gedauert. Wann hat dieses Becken eigentlich Warmbadetag?

Nachdem ich den nächsten 50er abgehakt habe, steht Madita neben mir und wir schwimmen gemeinsam. Ihr Neo sitzt nicht richtig. Das sehe ich zwar nicht, aber ich überhole sie locker schwimmend, während ich das Gefühl habe, sie schwimmt rückwärts. So schwimmt sie auch nicht ohne Neo. Der muß noch mal zurechtgezuppelt werden. Dafür heißt es dann also nochmals fluten und dann hilft der Zeugwart beim zuppeln, weil er einfach der Beste ist. Und ich erwähne nach meinem nächsten 50er noch, dass da unter dem Arm noch eine ziemlich hässliche Falte sitzt. Die macht sicherlich nicht nur ein Beschleunigungsproblem, sondern die wird auf kurz oder lang auch eine Scheuerstelle produzieren.

Das braucht man ja noch weniger, als keine Beschleunigung. Und schon gar nicht vor dem Wettkampf. Wie unangenehm. Also wird die hässliche Falte auch noch glatt gebügelt und schon flutscht es mit dem Wasser, dem Neo und Madita, als gäbe es kein Morgen. Aha. So habe ich mir das doch gedacht. Ich beschleunige nun meine 50er ein bisschen, weil das ein guter Ansporn ist, trotzdem an den Neos dran zu bleiben, obwohl das ja ziemlich fies sein kann. Aber so ein Training ist sicherlich auch nicht schlecht. Und tatsächlich lasse ich sie auch nicht zu weit weg.

Während also in den Neos noch zahlreiche Renntaktiken durchgesprochen und vereinbart werden, inklusive geheimer Zeichen und Absprachen, schwimme ich weiter und schaffe meinen angedachten Plan, bis auf ein paar längere Pausen, tatsächlich super. Da bin ich aber zufrieden! Im warmen Kinderbecken entspannen wir noch ein bisschen die Muskeln und besprechen die erste Planung für das kommende Wochenende. Der Zeugwart und ich fahren selbstverständlich zum anfeuern in den Kraichgau, das lassen wir uns nicht nehmen.

Für morgen steht in meinem Plan gleich morgens früh ein Lauf. Da mein Knie heute nach dem Kraulen nicht muckt, wie sonst, überlege ich, ob ich es mal mit Laufen und Walken im Wechsel versuchen soll. Ich habe ja die letzte Zeit öfter mal das Gefühl, dass in meinem Knie was los ist. Dass mein Körper da etwas macht, was sich bisher so nicht angefühlt hat. Morgen früh werde ich das also spontan entscheiden. Aber natürlich würde mich das richtig freuen, wenn ich es zumindest mal probieren könnte. Abwarten.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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