Laufzwischensequenzen


Tatsächlich habe ich das Schwimmtraining gestern inklusive der schnelleren 50m Passagen schmerzfrei im Knie absolviert und auch in der Nacht hat sich daran nichts getan. Das ist doch mal ein toller Fortschritt. Ich beschließe also schon nach dem ersten schnellen Check nach dem Aufstehen, dass ich heute früh laufen gehe und tatsächlich mal versuchen möchte gehen, also walken, mit laufen, also rennen, abzuwechseln. Landläufig ist ja ein 2 Minuten – 1 Minute Abwechslungsintervall ein guter Start. Ich glaube, das ist aber vielleicht noch etwas ambitioniert.

Also beschließe ich beim Frühstücksmüsli, dass ich es heute einfach mal mit Bandage und mit laufen und gehen im Wechsel probieren möchte. Wer nie probiert, ob etwas neues geht, der wird es ja nie wissen. Also werde ich es heute einfach ausprobieren. Wenn es dann nicht klappt, weiß ich wenigstens, dass es zu früh war. Oder dass der Arzt recht hat. Aber dass ich nie wieder rennen werde, das wäre damit trotzdem nicht bewiesen. Weil es um das Jetzt geht und wir von irgendwann ja noch gar nicht reden können. Nach dem Frühstück ziehe ich mich also um und statte mich entsprechend aus. Es ist heute früh frisch und wenn ich laufe, dann brauche ich weniger Klamotten am Körper, als beim walken. Und wenn das klappt mit den Laufzwischensequenzen, dann muß ich ja gut genug angezogen sein, dass ich nicht friere, wenn ich dann wieder walken muß. Alle Eventualitäten müssen schließlich bedacht werden.

Schließlich trage ich eine kurze Laufhose, ein Shirt mit kurzen Armen und eine Weste darüber. Die aber ausschließlich dafür, dass ich nass geschwitzt nicht im Wind zubringe. Der ist zwar nicht kalt, aber sicherlich kühl genug, damit ich mich nass geschwitzt zumindest unwohl fühle. Ich bin ohne Erkältung durch den Winter gekommen, da brauche ich nun nicht wirklich eine. Die Weste ist schon gut. Mit meinen Laufschuhen bewaffnet mache ich mir den Bevegt Podcast an und schon kann es losgehen. Es gibt ganz unterschiedliche Themen und heute wird über Laufirrtümer und Anfängerfehler gesprochen. Passt ja, wie die Faust auf’s Auge, denn irgendwie fange ich ja nun auch wieder an. Egal wie erfahren man ist ein Neuanfang geht schließlich immer. Also walke ich los und weil es so richtig früh am Tag ist, sind die Felder noch feucht und die Natur erwacht gerade. Die Vögel geben alles und ich genieße. Beim Walken muß ich mich nicht so konzentrieren. Wahrscheinlich finde ich walken deshalb auch weniger sportlich, als laufen.

Walken kann ich immer. Ich kann in der Gegend rumschauen. Ich kann mal stehen bleiben, für ein schönes Bild oder einen Eindruck. Um einen Vogel zu beobachten oder so. Und dann walke ich einfach weiter. Es ist für mich nicht schwierig, dann wieder loszulegen. Und ich komme immer wieder rein. Mein Tritt ist gut zu halten. Es gibt keine Anlaufschwierigkeiten. Selbst wenn ich das Gefühl habe, dass ich gut im Fluß bin, kann ich trotzdem immer kurz stehen bleiben und dann weiter machen. Wahrscheinlich können das gut trainierte Läufer auch? Ich, als Läufer, kann das nicht. Laufen setzt mich mehr unter Druck. Ich bleibe da nicht stehen für ein Bild. Ich will dann unbedingt flüssig laufen, oder am Stück. Auch anzulaufen ist für mich deutlich schwieriger, als anzuwalken.

Dann kann es ja los gehen, mit dem Test. Ich beschließe also, mal bis zum Wegkreuz zu laufen, und damit zu testen, wie sich das anfühlt. Gut, schlecht, anstrengend, schmerzhaft… es gibt ja immerhin zahlreiche Möglichkeiten und irgendwie ist es mal wieder eine Wundertüte, bei der ich nicht so richtig weiß, was mich erwartet. Die Worte des Arztes schweben über allem. Und, obwohl ich weitesgehend positiv denke, ist die vermeindliche Endgültigkeit seiner Worte manchmal doch belastend. Aber mehr, weil etwas endgültiges ja sowieso manchmal schwer zu begreifen ist. Für mich zumindest. Also laufe ich bis zum Wegkreuz. Laufen ist ganz anders als Walken. Aber total anders. Die Bandage fühlt sich auch komplett anders an. Ich komme mir wie ein totaler Laufanfänger vor. Das Wegkreuz erreiche ich ohne Probleme und beginne wieder zu walken.

Nur ein Stück. Irgendwie findet mein Kopf das ganz gut, so einen Zwischencheck zu machen. Funktioniert alles, wie es soll? Ich höre in mein Knie hinein? Was macht die Muskulatur? Merke ich die Kniescheibe, wie früher? Gibt es Druck auf dem Knie? Ich war nun tatsächlich im Alltag weitesgehend schmerzfrei und mein Knie ist drucklos, also bin ich natürlich sehr daran interessiert, dass das auch so bleibt. Immerhin ist Schmerzfreiheit nur für den wirklich bemerkbar, der vorher Schmerzen hatte. Mein Knie muckt aber tatsächlich nicht. Großartig. Also so ein kurzer Walking-Scan taugt tatsächlich viel, vor allem für meinen Kopf, der nun die Gewissheit hat, dass das erste Laufintervall ganz positiv zu werten ist.

So kann ich weitermachen. Es gibt bei der heutigen Laufrunde also insgesamt mehr Laufintervalle und längere Strecken, die ich tatsächlich laufe, also gehe. Es ist nicht so, als wären es lange Strecken oder als wäre ich generell lange unterwegs, aber trotzdem werte ich das heute als massiven Erfolg und als großen Schritt in die richtige Richtung. Als ich wieder daheim angekommen, die Bandage abnehme, habe ich einen blauen Fleck am Triggerpunkt, aber ansonsten fühlt sich alles großartig an. Morgen wollen wir eine Wanderung machen. Ich bin gespannt, ob das Knie sich weiterhin ruhig und gelassen, druckfrei und beweglich verhält. Das wäre wunderbar.

 

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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