Rückenwind heraufbeschworen


Wenn es um nichts geht, als ums sein, dann ist es einfach, Erfolg zu haben. Ich will mir, weder beim Rad fahren oder beim Sport an sich Druck machen, ich will einfach, dass es zum sein dazu gehört. Dass es normal ist und dass ich das Rad fahren einfach so in den Alltag integrieren. Öfter mal mit dem Rad zu fahren ist ja auch für die Umwelt besser und nicht zuletzt auch für den Geldbeutel. Obwohl es da sicherlich einige Gegenargumente gibt. Denn, wer mit dem Rad unterwegs ist, braucht natürlich ordentliche Klamotten und die sind schließlich auch nicht billig.

An Klamotten mangelt es mir nicht, also habe ich für die heutige Fahrt zum See trockene Radklamotten mitgebracht und muß die verschwitzten von heute früh nicht noch mal anziehen. Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, denn heute fahre ich ja nach der morgendlichen Fahrt zur Arbeit, auch noch zum See. Ich habe deshalb den Crosser mit und der Zeugwart hat mir die Strecke auf den Garmin geladen. Ob das alles so klappt, das weiß ich nicht, aber natürlich kann ich das Beste dafür geben, dass es gut funktioniert. Im Grund geht es ja derzeit hauptsächlich darum, eine gute Erfahrung zu machen.

Ich ziehe mich rechtzeitig im Büro um und fahre den PC runter. Rechtzeitig heißt deutlich nach Feierabend, und genau so abgestimmt, dass es mit der Ankunftszeit am See abstimme. Zumindest grob. Ich fahre erst mal ordentlich Berg ab, bis ich am Main bin. Der Garmin lädt die Strecke, aber irgendwie scheint die Rechnerleistung nicht vollständig auszureichen, damit er die Kurve bekommt. Erfreulicherweise hab ich mir aber die Strecke gut angeschaut und bin deshalb, zumindest hier am Anfang, nicht darauf angewiesen, dass die Strecke auf dem Display erscheint.

Genau zu dem Zeitpunkt, als ich unsicher werde, wie es jetzt weitergeht, hat das Geräte es dann tatsächlich vollumfänglich geschafft und ich bekomme nicht nur die Karte, sondern auch per Pfeilen angezeigt, wo es langgeht. Perfekte Zeitplanung und eben einfach genau richtig. Manchmal kommt es eben auch einfach nur auf den richtigen Moment an. Zu früh verschwendet Ressourcen, wo sie einfach noch nicht gebraucht werden. Überflüssig also. Ich biege ab, hier war ich noch nie. Die Strecke führt einmal quer durchs Rhein-Main-Gebiet, hier ist es richtig schön. Einmal wird der Weg uneben, schottrig und sandig. Das kann mein Kopf so spontan nicht.

Und zusätzlich ist keiner da, der mir hier jetzt helfen könnte. Also helfe ich mir selbst. Erst mal anhalten und durchschnaufen. Ich kann das ja schließlich, durch Schotter fahren oder auch durch Sand fahren ist kein Problem. Zumindest nicht, wenn ich das so betrachte. Auch die vielen Wurzeln im Boden kann ich. Ich fahre also wieder los. Kleiner Gang, ordentliche Trittfrequenz und einfach durchfahren. Die sandigen Stellen sind anstrengend, aber wie gedacht, ich kann sie fahren. Und so fahre ich fleißig tretend einfach so durch. Eva’s Strategien wirken einfach Wunder. Ich komme damit gut zurecht.

Angefeuert von ein paar Eintrachtfans auf dem Weg zum heutigen Spiel, fahre ich durch den Wald zum Langener Waldsee und bin zack auch schon da. Der Zeugwart erwartet mich bereits, der Track hat gut funktioniert, so dass er genau wusste, wann ich ankommen werde. Super Technik, die anscheinend auch im Wald ganz gut funktioniert. Ich ziehe nur mein Radtrikot aus und bin schon seefertig. Heute ziehe ich keinen Neoprenanzug an. Der See hat 25°C und einen Speedsuit habe ich nicht, also bin ich ziemlich flott fertig.

Statt zahlreicher Runden, schwimme ich heute nur eine. Die läuft aber ganz gut, obwohl ich mitten drin bereits deutlich Hunger bekomme. Allerdings war ich ja heute auch schon ganz gut unterwegs. Und natürlich hat mein Kopf auch schon einiges geleistet. Abseits der Arbeit ging es ja immerhin auch um die Problemlösung Sand- und Schotterdurchfahrung, die sicherlich für meinen Kopf auch ziemlich anstrengend war. Aber, die Erfahrung war top, weil ich Eva’s Rückenwind einfach selbst heraufbeschworen habe. Ich habe den Werkzeugkoffer, den ich, mit ihrer Hilfe, zusammengeschnürt habe, heute mal wieder prima angewendet. Kleine Schritte, große Wirkung. Zumindest für mich.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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