Euroeyes Cyclassics 2019 – ein Radsportfest


Dieses Wochenende sind der Zeugwart und ich -fast schon- ausnahmsweise mal nicht im Triathlon Sport unterwegs. Tatsächlich finden natürlich auch dieses Wochenende zahlreiche Veranstaltungen statt, die wir hätten besuchen können, aber wir entscheiden uns nur für einen Teilbereich. Dieses Wochenende finden die Euroeyes Cyclassics in Hamburg statt und wir nutzen die Gelegenheit und fahren in die Hansestadt, um dort ein verlängertes Wochenende zu verbringen.

Wie bei jeder großen Sportveranstaltungen, gibt’s auch bei den Euroeyes Cyclassics eine große Sportmesse, die nicht nur Neuigkeiten verspricht, sondern auch des Zeugwarts Schnäppchenherz höher schlagen lässt und meine Neugier auf schöne Sache, die es vielleicht nicht überall und immer gibt. Sportmessen finde ich toll. Ich mag die schon beim Frankfurt Marathon und natürlich bei den Ironman Veranstaltungen. Auch bei der Challenge Roth stöbern wir gerne über die Messe. Allerdings scheinen mir die Euroeyes Cyclassics hier noch mal einen drauf zu setzen.

Gute 80 Stände bieten alles, was das Herz begehrt und wir können viel stöbern, Sachen anprobieren und tolle Gespräche führen. Wir entdecken die für uns total neue Marke Pippo, die mit viel Bedacht und Liebe fürs Detail super schicke Radklamotten produziert. Der Zeugwart kleidet sich ein und ist begeistert, von Sitz und Passform. Etwas, das nicht jeder hat, zusätzlich noch schick und funktional, genau, was ich von so einer Messe erwarte. Natürlich habe ich ein paar Socken mitgenommen, die ich demnächst ausfahren werde, sie sehen total super schick aus und ich bin gespannt, wie sie sich anfühlen, wenn sie meinen Arbeitsweg absolvieren.

Die Euroeyes Cyclassics bieten für zahlreiche Hobbyradfahrer die Möglichkeit über drei Strecken nicht nur durch Hamburg, sondern auch durch Schleswig-Holstein unterwegs zu sein. Für den Autoverkehr vollständig abgesperrte Straßen sind für Radfahrer natürlich ein wahres Fest, und so verstehe ich den Moderator, als er vor dem Start und immer dann, wenn eine weitere der zahlreichen Startgruppen auf die Strecke geschickt wird, vom Radsportfest spricht.

Eine Teilnahme bei so einem Radrennen kann ich mir spontan nicht vorstellen. Ich glaube, da sitzt der Radunfall noch zu tief in den Knochen. Aber man muß ja auch nicht alles mitmachen um zu genießen oder um es toll zu finden. Ich schau mir schließlich auch die Olympiade an, und auch da ist es ziemlich sicher, dass ich niemals teilnehmen werde. Die Euroeyes Cyclassics Jedermänner sind sehr schön anzusehen. Jede Gruppe für sich, die losfährt, ist ein tolles Spektakel. Große Gruppen in gleichen Trikots, ganz schicke Helmdesigns, sehr individuelle Klamotten, Socken, die zu Schuhen passen und eine wahnsinnige Vielfalt an Rädern.

Ich kann mich kaum satt sehen und strahle die Radfahrer einfach nur an. Die wissen gar nicht, wie gut sie es haben. Unbeschwert 100km abgesichert und abseits des Autoverkehrs radeln, einfach klasse. Als die letzten Jedermänner auf der Strecke sind, gibt es gefühlt nur eine ganz kurze Pause, dann kommen weitere Radler, die aber bereits eine Medaille umhaben. Ich glaube, das sind Teilnehmer der 60km Runde, die nun noch mal die Straßensperren ausnutzen. Immerhin wird die Absperrung der Straßen später noch für das Profirennen der Worldtour benutzt.

Der Zeugwart und ich setzen uns kurz und warten ab. Es sind nur noch knapp 30 Minuten, bis die Vorstellung und Einschreibung der Profiradsportteams statt findet, so dass es sich nicht lohnt, noch großartig woanders hinzugehen. Ich schau den Segelbooten und Ruderern auf der Alster zu und dann trudeln tatsächlich nach und nach, ohne große Pause, als hätten sie sich abgesprochen, die Teambusse und Materialwagen ein und beziehen Stellung. Ein Team nach dem anderen baut die Rollen auf und die Fahrer legen los. Zur Vorstellung, die genau geplant ist, muß jedes Teammitglied persönlich erscheinen und unterschreiben.

Was unterschrieben wird, sehen wir natürlich nicht, aber wir stellen fest, dass das Unterschriftsfeld riesig sein muß. Die Herren schreiben auf jeden Fall nicht besonders klein. Jeder Fahrer wird vorgestellt und wir bekommen ein paar Worte erzählt, was er so kann, schon gemacht oder gewonnen hat oder ob er unerfahren und neu ist. Überall lauern Autogrammjäger und dann geht alles ganz schnell. Der Zeugwart und ich müssen Stellung beziehen. Wir dürfen heute im Auto mitfahren und den Radsport mal aus einer ganz anderen Perspektive erleben. Im Leben gehört eben einfach auch ein bisschen Glück dazu.

Tatsächlich erleben wir einen tollen Radsporttag, lernen unheimlich viel über Strategien und Taktiken sowie über das Regelwerk und landen rund 45 Minuten vor der Zieleinfahrt in der Innenstadt. Das Ziel der Euroeyes Cyclassics ist mitten drin in der schönen Hansestadt. Der Sprint führt die Mönckebergstrasse hoch und dann direkt am Brunnen, ist der Zielbogen. Wir finden uns auch für die letzten Meter passend ein, um alles mitzubekommen. Natürlich hab ich solche Zieleinfahrten schon total oft gesehen. Im Fernsehen. Da hat man alles im Blick. Klar.

Das ist was total anderes. Hier stehe ich direkt an der Strecke. 1m von mir entfernt findet der Zielsprint statt. Ich habe keine 10m zum Zielbogen und ich bekomme einfach überhaupt gar nichts mit. Die Profiradfahrer wälzen sich auf mich zu, wie eine schnelle Wand, ich ahne, weil ich den Kommentator hören kann, dass sich einer oder zwei absetzen, und zack, ist alles rum. Meine Augen konnten nicht einen Radfahrer scharf stellen. Ich habe keine einzelne Rad- und Fahrer-Einheit erkannt. Eine bunte Masse ist da an mir vorbeigerauscht und fertig. Die Geschwindigkeit ist unglaublich und für mich vollkommen unfassbar. Ein paar Nachzügler, die aber von den Zuschauern kaum mehr beachtet werden, fahren in einer geradezu langsamen Geschwindigkeit an mir vorbei und ins Ziel.

Und dann ist das Radsportfest auch für die Profiradfahrer vorbei, und der Zeugwart und ich fahren nach Hause.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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