Gestreckte Motivation


Nachdem ich meinen morgendlichen Lauf mit den Noppenstrümpfen ganz gut weggesteckt habe, begleite ich den Zeugwart heute zu iQ Athletik in den alten Bahnhof in Frankfurt Rödelheim, wo er eine Leistungsdiagnostik machen möchte. Die Herren sind eben die Experten und machen nicht nur seit Jahren meine Leistungsdiagnostik, sondern schaffen es auch immer wieder mir eine ordentliche Portion Motivation mitzugeben. Und das auch, wenn ich gar nicht dran bin, sondern, so wie heute, nur als Begleitung fungiere.

Ich sitze auf der Couch, die zwar neu ist, aber trotzdem an altbekannter Stelle steht und die Supersportler der Umgebung, und auch angereiste zum Platz nehmen auffordert, und die Motivation packt mich. Das ist wirklich jedes Mal so, wenn ich hier bin. Erstaunlich. Und dabei geht’s heute, wie gesagt, gar nicht um mich. Ich wollte nur mal wieder hallo sagen. Und trotzdem bin ich fest davon überzeugt, dass ich mit meinem neuen Laufstart vielleicht noch ein bisschen besser weitermache oder sogar richtig durchstarte, wenn ich wüsste, welche Pulswerte denn so sinnvoll wären. Wahrscheinlich ist das total übertrieben? Oder eben genau richtig und schrecklich schlau?

Nachdem der Zeugwart seine Werte bekommen hat und wir die nette Gesellschaft im alten Bahnhof wirklich außerordentlich genossen haben, fahren wir heute Abend zum Schwimmtraining. Ich schwimme heute etwas unstrukturiert. Das liegt einfach daran, dass ich seit dem tollen Technikcamp mit Gerald von GDT im Mohrenwirt nicht mehr schwimmen war. Madita hat mir netterweise ihren Trainingsplan mitgebracht, also schwimme ich den zum Teil und merke dann aber, dass ich dabei zu wenig strecke. Und zu wenig auf meine Arme achte.

Und weil Gerald und ich ja genau daran gearbeitet haben, weil der Rest bereits ganz gut gepasst hat, baue ich von seinen Übungen vor allem das Strecken und natürlich die Konzentration mit ein. Tatsächlich helfen mir heute so ein paar Erinnerungsschlagwörter besonders viel. Dann klappt es auch mit der Körperspannung und der Streckung und dem vorankommen. Und sogar mit einem zeugwartschen Lob. Der Knaller. Gerade was meinen Armzug über Wasser angeht, der ja eher der Entspannung dienen sollte, bei mir aber eher ein schluriges über die Oberfläche ziehen war, hatte der Zeugwart wirklich nie Lob übrig.

Heute dagegen ist er zufrieden. Tatsächlich schaffe ich einige Bahnen bei denen der Armzug und die Rotation so gestaltet ist, dass der Zeugwart sich lobend äußert und seine Tipps kann ich gut umsetzen. Je mehr ich mich anspanne, desto anstrengender wird es logischerweise, aber desto besser klappt es auch mit dem Vorankommen und der Rotation. Ich bin einmal mehr begeistert, wie Augen öffnen so ein Trainingslager sein kann und wie wenig so ein Massentraining mit der Ansage, wir schwimmen jetzt alle Scheibenwischer oder Abschlag, tatsächlich bringt. In meiner Morgentrainingszeit, beim Frühschwimmen mit dem Adler, hat nie jemand auf meine Technik geschaut. Wir sind einfach ein vorgegebenes Programm abgeschwommen.

Meinen angepassten Armzug merke ich in der Muskulatur und in der Schulter. Meine Körperspannung merke ich im Rücken und in den Seiten und dass ich mich permanent strecke merke ich sogar bis in die Waden. Und dabei bin ich keine komplette Stunde so geschwommen! Ist wahrscheinlich ähnlich, wie beim laufen? Die Umstellung ist anstrengend und dann schwimmt es sich automatischer, hoffentlich. Die warme Dusche im Anschluß tut gut. Und auf der Heimfahrt siniere ich mit dem Zeugwart noch ein bisschen darüber, wie ich die nächsten Monate sportlich so gestalten möchte. Und ob ich mich derzeit eher nach einem Triathlon oder vielleicht nach einem Lauf fühle.

Es macht sicherlich auch Sinn, erst mal den derzeitigen Standort bestimmen zu lassen und bei iQ Athletik eine Leistungsdiagnostik zu machen. Dann weiß ich, welcher Pulsbereich der ideale Trainingsbereich ist. Und mit diesem Wissen kann ich mich Lauftechnisch und auf dem Rad dann fortbewegen. Beim laufen wäre es ja sicherlich schlau, nicht einfach nur die laufbare Strecke auszubauen, sondern eben auch eine Hausnummer zu haben, wie viel Rennen tatsächlich klug ist um voran zu kommen. Denn irgendwann mal wieder 10km in variabler Geschwindigkeit laufen zu können, das wäre doch der Knaller. Und für die Rolle auch ein entsprechendes Raster zu haben, finde ich ebenfalls verlockend.

Muß es dann auch wieder ein Trainingsplan sein? Ich glaube nicht. Irgendwie glaube ich, dass die Empfehlungen, die nach einer Leistungsdiagnostik vom Experten mitgeteilt werden, auch leicht ohne Trainingsplan umzusetzen sind. Sicherlich kommt dabei für mich heraus, dass mein Fettstoffwechsel im Eimer ist und ich lang und langsam unterwegs sein muß. Sicherlich hauptsächlich walkend. Das kommt dem Knie und dem Muskelaufbau im Oberschenkel sicherlich auch vorerst noch entgegen. Und das bekomme ich auch ohne Trainingsplan hin. Zumindest denke ich mir das derzeit so. Na, den Termin hätte ich ja auch gestern gleich vereinbaren können… hinterher ist man eben immer schlauer.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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