Keine Seele. Nur Wasser.


Heute startet Karla Kolumna beim Halbmarathon in Aschaffenburg. Sie ist erst gestern von der anderen Seite der Welt heimgekehrt und wir finden, dass sie sich etwas Anfeuerung verdient hat, also fahren wir hin. Es ist nicht so, als hätten wir für heute große Pläne, es passt deshalb ganz gut. Und ich hatte sowieso auf dem Schirm, dass sie heute oder nächste Woche, auf ihrem Weg zum Frankfurt Marathon noch einen Halben laufen wird. Warum sie sich für dieses Sportereignis allerdings diesen regnerischen Tag ausgesucht hat, weiß ich nicht.

Da steckt man aber natürlich auch nicht so drin wenn man Wochen oder gar Monat vorher einen passenden Wettkampf aussucht. Immerhin ist so ein ganzer Trainingsplan darauf ausgerichtet. Vor dem Lauf und praktisch genau bis zum Startschuss, ist es trocken, ab dem Startschuss beginnt es langsam zu regnen. Wir finden in der Nähe der Laufstrecke einen Platz zum parken und feuern dann die Läufer auf ihren 6 Runden durch die Aschaffenburger Innenstadt an. Das sind hier wirklich alles sehr ambitionierte Läufer. Zahlreiche laufen unter 2 Stunden ins Ziel, bei mittlerweile strömendem Regen.

Ich bin durch die Läufer irgendwie beflügelt und motiviert. Auch wenn das kühle Regenwetter alles andere als angenehmes Laufwetter ist. Finde ich zumindest. Ich habe nichts gegen Regen, aber wir haben noch nicht mal 10°C. Und es regnet auch nicht leicht, es trascht richtig runter. Ohne Pause. Es hat sich quasi eingeregnet und schüttet pausenlos. Als wir zu Hause angekommen sind, schüttet es noch immer.

Zeitlich gesehen habe ich nicht wirklich viel Puffer übrig. Wir sind um 17h verabredet und wenn ich laufen und ich danach noch etwas sonntagscouchmäßig langlegen möchte, dann sollte ich gleich los. Ich kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass es garantiert nicht besser wird, was den Regen angeht. Es regnet ja schlichtweg immer, wenn ich laufen gehe, das ist aber nicht der einzige Grund, der mich in dieser Sicherheit wiegt. Ich glaube, heute hat einfach einer die Schotten aufgemacht und es wird den ganzen Tag und wahrscheinlich auch die Nacht hindurch genau einmal regnen. Immer.

Ich trage meine Regenjacke und die bereits wassererprobten Schuhe, die zwar nicht dicht sind, aber bereits so eingesaut, dass ich mich nicht darüber ärgern muß, wenn ich heute die ein oder andere Pfütze erwische. Die Feldwege sind heute feucht und tatsächlich gibt’s hin und wieder mal eine Pfütze und falls ich die nicht richtig treffe, schwappt es eben auch mal auf die Schuhe. Bis zur Frankfurter Marathonmesse muß ich mit diesen Schuhen auf jeden Fall noch durchhalten. Dort will ich dann nach wasserdichten Möglichkeiten schauen. Vorher jedoch halte ich es einfach aus.

Meine Regenjacke gibt heute mal wieder alles und ich jogge langsam los. Aufrecht klappt heute tatsächlich schon richtig gut und vor allem auch ziemlich lange. Vielleicht bin ich einfach ein Regenläufer? Oder ich mag die Einsamkeit? Es begegnet mir heute erneut keine einzige Seele, weder menschlich, noch tierisch. Heute ist hier einfach nur Regen, überall. Ich laufe, so weit ich kann, mache dann eine kurze Gehpause, um mich wieder aufzurichten, und laufe dann wieder, so weit ich kann. In wie weit das heute sinnvoll ist, für meinen Plan den Experten bei iQ Athletik etwas anderes zu entlocken, als dass ich lange walken soll um meinen Puls in den Griff zu bekommen, weiß ich nicht, aber es ist trotzdem einfach schön so zu laufen.

Nicht ganz so, wie früher, obwohl es da auch oft richtig nass war, aber ich kann es deutlich genießen und das ist toll. So eine Anfeuerungsaktion ist einfach schrecklich motivierend.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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