In unserem Arbeitszimmer, wo der Zeugwart und ich auch immer mal wieder Homeoffice machen, sind unsere Rollentrainer aufgebaut. Hier haben wir außerdem einen Bildschirm, um  Fotos zu bearbeiten und auch unsere Malsachen stehen in diesem Raum. Der erste Blick geht aber direkt zu den Rollentrainern, wenn man reinkommt. Im Herbst und Winter zumindest.

Nachdem wir letztes Jahr von analog zu smart gewechselt sind, bauen wir unseren Indoorradbereich in diesem Jahr noch etwas weiter aus. Gerade dem Zeugwart in seinem Training für den 70.3 Luxembourg hat das regelmäßige Rollentraining viel gebracht. Und weil ich weiß, dass der Zeugwart für das kommende Jahr erneut eine Mitteldistanz plant, war mir klar, dass wir das Rollentraining früher oder später auf ein Bord, also ein Level höher als bisher, stellen werden. Der Abstand zum Boden erhöht sich um gute 7cm, schätze ich.

Und natürlich gehe ich immer vom Besten aus und das wäre, dass ich fit genug werde, auch mal wieder bei einem Wettkampf mitzumachen. Aus diesem Grund soll meine Trainingsausstattung sich nicht groß von der des Zeugwarts unterscheiden. Man kann sonst auch allzu schnell futterneidisch werden. Zumal mir das Zwiften gerade bei den Gruppenfahrten ja besonders viel Spaß gemacht hat und ich auch das Angebot von FulGaz weiterhin gut finde und nutzen möchte.

Was hat das Bord nun, dass es das Rollenfahren so viel besser macht?

Beim Rollentraining ist ja entweder das Hinterrad fest eingespannt und rollt eben auf der Rolle, sonst würde der Name ja keinen Sinn machen, oder es ist ausgebaut und das Trainingsgerät ersetzt das Hinterrad. Letzteres ist bei meinem der Fall. Ich muß die Kette auf den Zahnkranz des Rollentrainers aufsetzen. Das Rad an sich ist aber immer mit dem Trainer verbunden und das ganze ist eine recht steife Angelegenheit. Anders als beim radeln draußen, wackelt hier nichts, ich habe keinen Grund die Sitzposition zu verändern und kann in der Theorie während des Rollentrainings SMS schreiben, Forenbeiträge oder Bücher und Zeitschriften lesen und fahre mir im schlimmsten Fall einen Wolf, weil die Belastung über die komplette Zeit vollkommen gleich bleibt.

Absolut ausreichend. Seit Jahren. Keine Frage.

Die Menschheit fährt sicherlich schon ewig Rolle um sich für Triathlons und Radrennen auch während widriger Witterungsbedingungen draußen für die Raddisziplin fit zu halten. Und trotzdem entwickeln pfiffige Leute eben auch immer wieder was Neues. Und warum dann nicht auf den Zug aufspringen und, in meinem Fall vor allem, noch mehr Abwechslung reinbringen und Druckstellen vermeiden? Nur, weil ich kein Supersportler bin, heißt das ja schließlich nicht, dass ich nicht auch super viel Spaß am Training haben möchte. Ich fahre sicherlich trotzdem immer noch am liebsten draußen, aber manchmal geht das eben nicht.

Der Zeugwart hat sich also bordmäßig schlau gelesen und viel hin und her überlegt. Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich für kaufen, statt selbst bauen bin, denn es ist jetzt nicht gerade so, dass wir uns viel langweilen und deshalb massig freie Zeit haben, die es mit Bastelarbeiten zu füllen gilt. Zusätzlich ist es bei so einem Rockerplate, wie diese Bords auch genannt werden, ja auch nicht so, dass es die Bauutensilien alle schon fertig gibt, dachte ich zumindest. Und hier noch anfangen etwas zusägen zu lassen, klang nicht wirklich verlockend. Aber weil der Zeugwart eben das Zeug kennt und ein findiger Typ ist, hat er den Ikea der Rockerplates ausfindig gemacht.

Bausatz

Ein Anbieter, der uns einen Bausatz liefert. Wirklich praktisch wie bei Ikea, allerdings ist die Anleitung schöner bebildert, wie ich ich finde. Bei Ikea sind es ja mehr so lieblose Nummern, hier führt mich eine Rennradfahrerin durch die einzelnen Schritte. Das Bord bauen wir so fix gemeinsam auf und dann wird der Rollentrainer darauf fest geschnallt. Alles ein bisschen wackelig, aber genau das möchte ich mit dem Board ja haben. Für mein Vorderrad gibt’s noch eine Erhöhung, weil ich ansonsten stetig Berg ab fahren würde, was keiner möchte, selbst ich nicht.

Und dann ist es Zeit, für ein Schauspiel, bzw. für einen ersten Test. Wenn etwas wackelig ist, bin ich ja nicht gerade bekannt dafür, dass ich mich geschickt anstelle. Alles, wo der Boden unter meinen Füßen nicht fest ist, ist eher weniger mein Tanzbereich. Aber hier gewöhne ich mich schnell und empfinde die Bewegung, die das Rad nun unter mir machen kann, als angenehm. Ich glaube vor allem, dass es bei mir dafür sorgen wird, dass ich beim aus dem Sattel gehen das Rad eher unter mir bewege, als ich mich oben drauf und, dass ich durch regelmäßige Bewegung keine Scheuerstellen mehr haben werde. Das bleibt aber über die Zeit nun abzuwarten.

Ausblick

Mein Bord ist nun also in Wartestellung und ich werde über die nächsten Rollentrainingseinheiten, die nun eben ein Level höher statt finden werden, berichten. Und ich werde mir außerdem eine Verschönerung für das Bord überlegen. Es ist ja so, wie es ist, wirklich sehr langweilig. Der Zeugwart hat schon Glitzerfolie gesehen, ich könnte mir auch unheimlich viele Aufkleber drauf vorstellen. Mal abwarten, was die Zeit dann bringt. Des Zeugwarts Bord ist eines, über die gesamte Länge des Fahrrads übrigens, weil sein Vorderrad ebenfalls ausgebaut ist, wenn er Rolle fährt. Es ist schwarz angemalt, mit einer speziellen Farbe, die halt schwarz aussieht und verhindern wird, dass der Schweiß das Holz angreift.

Schwarz ist für mein Bord keine Option. Vor allem nicht, wo es Glitzerfolie und bunte Aufkleber gibt. Und Stifte hätten wir ja auch noch. Viele Stifte.