Eigentlich wäre heute ein Schwimmtraining im Trainingsplan. Das fällt aber wegen extrem hohen Corona Infektionszahlen und Krankenstände ins Wasser. Ich brauche also eine Alternative. Und zwar eine spontane Alternative. Die heißt bei mir Rad fahren. Und zwar auf der Rolle. Im Dunklen draußen muss ich nämlich jetzt nicht unbedingt radeln. Mein Rollentrainer steht ja auf einem Rockerplate und dementsprechend ist das Fahrerlebnis nicht ganz so steif, wie es beim Rollentraining üblicherweise der Fall ist. 

Mittlerweile hat mein Rockerplate auch richtig viele Farbtupfer. Anfangs dachte ich, es gibt niemals genügend Aufkleber, um die Fläche zu füllen. Aber das war offensichtlich ein Trugschluss. Wie auch immer hilft das Rockerplate dabei, das Fahrerlebnis nicht starr, sondern ein bisschen beweglicher, wie draußen, zu gestalten. Ich entscheide mich heute einem Pacemaker zu folgen. Bei Zwift fahren Pacemaker rum, die kontinuierlich eine Wattzahl halten. Das sind einfach computergesteuerte Avatare, die egal, wo sie entlangfahren, immer die Leistung treten, die ihnen zugeschrieben ist. 

Ich wähle den Pacemaker mit der geringsten Leistung aus und fahre also mal wieder mit D. Diesel. Die Gruppe, die ihn umschließt, ist beeindruckend groß. Abends sind so viel mehr Radfahrer auf Zwift unterwegs, als morgens. Erstaunlich wie vielen Menschen Abends als Trainingszeit besser passt, als morgens. Ich bin morgens immer die viel bessere Sportlerin, als Abends. Aber gut. Heute folge ich dem Pacemaker also am Abend und komme auch damit ganz gut zurecht. Zwift hat es so eingerichtet, dass man mehr Fahrpunkte bekommt, je länger man mit dem Pacemaker mithalten kann. 

Die Fahrpunkte sorgen dafür, dass man in den Erfahrungsleveln aufsteigt und dass man sein Avatar neu einkleiden kann. Beides Dinge, die mir total egal sind. Was mein Avatar trägt, ist mir ziemlich egal. Und in welchem Level ich rumfahre, ist mir ebenfalls schnuppe. Mit dem Pacepartner halte ich heute eine ganz ordentliche Zeit mit. Dann aber schaffe ich es nicht am Berg die Leistung gleichmäßig zu halten. Und wenn das über eine Zeit lang nicht klappt, dann sortiert Zwift einen aus der Pacemaker Gruppe einfach aus. Und die Extrapunkte verfallen. Nun gut. Dann fahre ich eben einfach so durch die Gegend. 

Um mich rum ist trotzdem die Hölle los. Ich scheine also nicht die Einzige zu sein, die aus der Pacemaker Gesellschaft herausgefallen ist. Das ist natürlich kein ordentlicher Ersatz für mein Schwimmtraining. Aber aus Herz-Kreislauf-Trainingssicht doch ganz bestimmt nicht so viel schlechter. Ich bin immerhin im ruhigen Pulsbereich unterwegs gewesen. So, wie ich es beim Schwimmtraining auch gemacht hätte. Für den Coach wird es vielleicht aus diesem Grund trotzdem ganz gut passen?