Man kann einfach nicht alles machen. Irgendwann ist die Zeit einfach aufgebraucht. Trotzdem habe ich ja zum Jahresanfang beschlossen, dass ich mehr Zeit in ein Stabi- und Dehnprogramm investieren möchte. Die Zeit fehlt mir natürlich für etwas Anderes. Allerdings tut mir dehnen garantiert gut und ob ich nun auf der Couch sitze, oder dehne… das wird schon passen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und wenn ich mal ehrlich bin, kann ich mir die halbe Stunde für die Mady Morrison Yoga Einheit auch ganz bestimmt nehmen, ohne, dass irgendwas hinten runter fällt.

Am dritten Tag des 30 tätigen Yoga Programms stehen gute 30 Minuten bezüglich der Hüfte auf dem Plan. Na, da bin ich ja mal gespannt. Ich habe ja schon die letzten zwei Tage festgestellt, dass ich mich keineswegs auch nur ansatzweise als gelenkig oder flexibel bezeichnen darf. Auch dieses Video habe ich schon mal etwas gespult, um herauszufinden, was mich so grob erwartet. Heute bin ich offensichtlich viel auf der Matte unterwegs. Also eher bodennah und nicht so viel im Stehen. Das für den dritten Tag verordnete Video nennt sich „Hips like Honey“ und trägt den Untertitel Hüftöffner für Entspannung und Beweglichkeit. Na, da bin ich ja mal gespannt.

Dehnung

Die Teamchefin hat mir heute früh, noch bevor ich laufen gegangen bin, bereits berichtet, sie sei mit dem Video durch und es hätte ihr gut getan. Jetzt so nach dem Lauf glaube ich ehrlich gesagt, jedes Dehnprogramm ist gut. Was genau ein Hüftöffner überhaupt sein soll, das weiß ich nicht, aber von dem, was mir die Videosequenzen gezeigt haben, ist das auf keinen Fall eine schlechte Sache für einen Läufer und Radfahrer. Ich rolle also die Matte aus und ziehe mir andere Sachen an. Meinen durchgeschwitzten Pulli kann ich nicht anlassen, dann friere ich sicherlich. Und die voll gedreckte Laufhose, die will ich auch nicht auf der Matte haben.

Und dann geht’s auch schon los. Erst wird wieder ein bisschen geatmet und in mich gegangen, und dann legt die junge, zart anmutende, Mady gleich einen Gang mehr ein. Ihre gut gemeinten Ratschläge, dass ich mir eine entspannte Position suchen soll widersprechen leider der generellen Position in die sie mich mit ihrem Video gebracht hat. Aber das weiß sie wahrscheinlich? Ich merke einmal mehr, wie wichtig es wirklich ist, dass ich mich dehne. Und ich merke auch, dass es ein ganz winzig kleines Bißchen in Richtung angenehm schwappt in mancher Position. Aber wirklich nur ein ganz kleines Stück.

Ganz schlecht

Ich will mir da auch nicht zu viel Hoffnungen machen. Wahrscheinlich muß ich viele Jahre lang Yoga machen um auch nur ansatzweise so eine Beweglichkeit zu bekommen? Dabei war ich in jungen Jahren extrem beweglich und flexibel. Aber wenn man nicht dran bleibt, geht das eben verloren. Zumindest weitgehend. Da hilft auch kein halbherziges Dehnprogramm in einem Trainingslager, da kann man schon ehrlich sein. Besonders witzig finde ich den Unterschied, wie Mady im Vierfüßlerstand ihr Bein nach hinten oben weg streckt und wie ich das mache. Viel unbeweglicher geht’s praktisch gar nicht. Gut, vielleicht jemand, der das Bein gar nicht hoch bekommt. Der macht es noch schlechter, als ich. Aber ansonsten bin ich hier wirklich ganz unten auf der Skala.

Und dabei zittere ich noch vor Anstrengung. Zusätzlich dazu, dass ich die Dehnung trotzdem schon merke. Es ist ein wahres Trauerspiel und ich weiß nicht, ob mich der 30 tägige Yoga Einheiten Kalender hier nennenswert voran bringen kann. Das ist wahrscheinlich auch ein bisschen viel verlangt. Die junge Mady ist schließlich Yoga Lehrerin und kann nicht zaubern. Ich bekomme hier auf jeden Fall wieder mehr als einmal vor Augen geführt, wie wenig beweglich ich eigentlich bin. Jetzt ist natürlich zu überlegen, ob Beweglichkeit wirklich wichtig ist. Also ob mir das trainingstechnisch etwas bringt, wenn ich da mein Bein entsprechend hochheben kann oder meine Ferse zum Po kommt.

Und ja, ohne dass ich von Training wirklich Ahnung habe: ich bin mir sicher, mehr Beweglichkeit bringt mir etwas!

Ich muß da also auf jeden Fall dran bleiben. Heute genieße ich die zwei Minuten rumliegen zum Ende hin wirklich sehr und ich fühle mich im Anschluß auch gut gedehnt. Obwohl es natürlich nicht explizit um die Lauf- oder Radfahrmuskulatur geht in diesen Videos. Aber ganz ehrlich, wahrscheinlich hilft mir einfach eine komplette Dehnung und dann ist auf jeden Fall immer was richtiges dabei. Tag drei habe ich also abgehakt. Da bin ich ziemlich zufrieden mit.