Nach dem tollen, aber auch sehr anstrengenden Lauftraining mit Robert Lathouwers heute Vormittag bin ich für das am Nachmittag angesetzte Radfahren raus. Wir sind zwar vorbereitet und haben die Räder dabei, aber wir müssen auch realistisch bleiben und es bringt nichts, sich heute absolut die Lichter auszuschießen. Viel sinnvoller ist es, die Zeit mit netten Leuten zu verbringen. Ich nehm an einer Körpervermessung für die Radeinstellung teil und gehe im Anschluß zu einem Bergspaziergang mit. Egal wo man von Landgasthof aus hinläuft… es geht nämlich immer nur Berg an. Und zwar steil.

Wir spazieren heute Nachmittag also eine Runde durch die Gegend, bis zu Burg und genießen frische Luft, viel Sonne und nette Gespräche. Außerdem kümmern wir uns ausgiebig um unsere Waden, die tatsächlich etwas mehr arbeiten müssen, als ich das für möglich gehalten hätte. Aber da sie das ganz gut machen, freue ich mich einfach nur und überlege mir, dass ich anscheinend doch besser trainiert bin, als gedacht. Zurück am Hotel machen wir Pause auf der Terrasse und sitzen wieder in der Sonne, bis die Radler von ihrer Tour zurück sind. Wir essen extrem leckeren Mandelzopf und Apfelkuchen mit Sahne und trinken dazu einen der besten Lattes, die ich seit langem getrunken habe.

Und als die Sonne langsam hinter dem Haus versinkt, marschiere ich auf unser Zimmer und ziehe mir meine Stabitraining Sportklamotten an. Immerhin wurde heute ein Stabitraining angekündigt und ich bin diesbezüglich ja ziemlich gut im Training. Wenn ich wirklich kaum etwas trainiere… Stabi bzw. Athletiktraining ist seit Monaten dabei. Irgendwie schreibt die Chefin das tatsächlich immer aus und ich lasse es auch so gut wie niemals ausfallen. Ich bin also gespannt, in wiefern ich heute nach dem anstrengenden Vormittag, der bereits voller Stabi und Dehnübungen nur so strotzte, noch Kraft für die Einheit heute Nachmittag habe.

Auf der Terrasse, wo das Stabiprogramm statt finden soll, hat sich eine anderer Gast zum Nachmittagssnack niedergelassen und nun scheint er sichtlich verwirrt, dass eine ganze Horde behandtuchter Tricamper zum nicht gerade leisen Klang der hüfthohen Teufelbox des Tonangebers auf die Terrasse stürmen und sich einen Platz zum turnen suchen. Als wäre es heute früh mit dem Olympioniken eben einfach noch nicht genug gewesen! Der Herr packt ziemlich schnell seine Sachen, mittlerweile ist die Sonne auch sowieso nicht mehr platzbescheinend, und wir geben Gas.

Der Tonangeber ist bei Stabitraining in seinem Element. Irgendwie liegt ihm das und zum Stabitraining passt ein beherrschender Ton mit klaren Anweisungen und entsprechenden Ansagen einfach total gut. Der Tonangeber ist der perfekte Drillinstructor. Auch wenn ich mir oft vornehme, dass ich mich dadurch nicht beeindrucken lasse, so motiviert es mich doch, nicht aufzugeben. Eine ordentliche Ansage kann mein angestrengtes Gehirn halt auch viel besser umsetzen. Wir machen heute ordentlich Kniebeugen, Seit- und Frontalstütz und zum Abschluss des Athletiktrainings noch über 3 Minuten hoch stützen und Planken im Wechsel.

Das geht vor allem auch in die Oberarme, die bei mir anscheinend noch ziemlich viel Potential nach oben haben. Zumindest müssen die noch Luft nach oben haben, ansonsten kann ich mir nicht erklären, wieso die Anderen das gut können, und ich nicht. Ich muß da einfach mehr trainieren, so leicht kann eine Zielfindung sein. Das bespreche ich heute beim Abendessen auch gleich mit der Chefin. Das Endziel heißt Liegestütz. Oder zumindest so was in der Richtung. Zum Abschluss des Stabitrainings dehnen wir noch ausgiebig mit der Chefin, deren sanftere Art perfekt zum Dehnen passt.

Und nach der Dusche sind wir dann auch gleich ziemlich hungrig beim Abendessen, wo der Zeugwart und ich schon von der Tricamp Familie erwartet werden. Anscheinend dusche ich langsamer als alle anderen? Das Abendessen ist mal wieder besonders lecker und zum Abschluss des Abends erzählt uns der Tonangeber noch von seinem Transalpin Run Abenteuer. Ich falle heute mit dem Zeugwart ziemlich müde und geschafft ins Bett. Morgen früh müssen wir pünktlich im Schwimmbad sein. Früher als sonst, weil die Uhr ja auf Sommerzeit umgestellt wird heute Nacht.