In einem Anflug von heftigem Größenwahn habe ich mich für das Ironman VR7 Rennen angemeldet. Und damit der Irrsinn auch gleich entsprechend Hand und Fuß bekommt, habe ich auch noch das Team Zoot motiviert, es mir gleich zu tun. Total verrückt. Die ersten haben heute auch schon die 90km Rad fahren und 21km Laufen (plus Schwimmen oder noch mal Laufen) auf der Uhr. Und ich? Ich natürlich nicht. Montag und Dienstag sind bei mir immer die unsportlichsten Tagen der Woche. Warum ist das eigentlich so`? Immerhin dient das Wochenende doch der Erholung. Allerdings merke ich das wirklich regelmäßig, dass ich Montags und Dienstags wirklich kaum mal etwas sportliche Betätigung unter bringe, ab Mittwoch starte ich dann aber voll durch.

Mittwochs bin ich motiviert.

Gestern bin ich also mit den Kollegen gezwiftet und habe Yoga gemacht, als hätte es Montag und Dienstag nie gegeben. Und auch heute lässt die Sportlichkeit keine Pause zu. Die heutige sportliche Betätigung findet noch vor Sonnenaufgang statt und ich ziehe mir meine Laufsachen an und bin unterwegs. Es ist allerdings schon deutlich dämmrig draußen, eine Beleuchtung ist nicht mehr nötig. Der Sonnenaufgang über dem Wald ist wirklich sehr schön farbenfroh. Und ich trabe durch die eiskalte Landschaft und habe großartige Laune. Vielleicht weil Donnerstag ist? Oder weil ich endlich mal wieder ohne zu rutschen laufen kann? Die Luft ist klirrend kalt. Ich dachte ja, dass es diese Woche wärmer werden soll? Da hab ich wohl dem Wetterbericht nicht richtig zugehört? Bei uns ist zumindest überall noch gefroren. Außer auf dem Weg.

Ich trabe ganz für mich und höre den aktuellen Bevegt Podcast. Der ist immer ganz kurzweilig und wenn mir jemand etwas auf die Ohren erzählt, ist das noch etwas anderes, als wenn ich Musik höre. Vorne, ein ganzes Stück vor mir, sehe ich ein Pärchen mit ihrem Hund spazieren gehen. Ein Spitz, kniehoch. Ehe ich zu nah an die Menschen ranlaufe, mache ich mich mit einem guten Morgen Gruß bemerkbar, damit sie die Chance haben ohne zu erschrecken zur Seite zu gehen. Der Spitz war die ganze Zeit tiefenentspannt auf dem Feld zu Gange, findet Läufer aber offensichtlich ziemlich scheiße. Er wird aggressiv, kläfft, knurrt, läuft neben mir her und fletscht die Zähne.

Darauf habe ich mal sowas von keine Lust. Was soll das? Warum haben Hundehalter ihre Hunde nicht an der Leine, wenn sie sie so wenig im Griff haben?

Das Halterpärchen ist machtlos und ich gebe meinen kompletten Unmut über das Spitzverhalten direkt ungefiltert an den Hund weiter. Ich halte an, mache einen Schritt auf das Tier zu und schreie es an, dass es mich in Ruhe lassen soll. Der Hund ist komplett geschockt. Ob es mein Auftreten ist, oder die Lautstärke, die hier das komplette Feld bis zu den Häusern beschallt hat, ich weiß es nicht. Und im Grunde ist es mir auch egal. der Hund trollt sich mit eingezogenem Schwanz, weil er wahrscheinlich weiß, dass ein Angriff direkt mit einem Verteidigungstritt meinerseits geendet hätte. Das Halterpärchen ignoriere ich einfach und laufe weiter. Wer ein Tier hält und es offensichtlich nicht unter Kontrolle bringen kann, der hat eh schon genügend Themen im Leben.

Ich trabe extrem zufrieden weiter, lausche dem Podcast und genieße den Sonnenaufgang. Durch die Glatteis bedingte Laufpause bin ich sicherlich etwas aus der Form, aber das tut meinem Genießerin keinen Abbruch. Es ist einfach richtig schön morgens laufen zu gehen und den Kopf vor der Arbeit ein bisschen durchzupusten. Außerdem macht mich auch mein geändertes Verhalten zu Hunden glücklich und zufrieden. Statt darauf zu hoffen, dass der Hundehalter den Hund im Griff hat und zurecht ruft, oder sich kümmert, lasse ich mich nun nicht mehr terrorisieren. Weil der Hund heute Konfrontation wollte, hat er sein Echo bekommen. Als das Dreigestirn mir auf dem Rückweg noch mal entgegen kommt, zieht der Hund seinen Schwanz ein.

Offensichtlich braucht ein Läufer heute vor diesem Exemplar keine Angst mehr zu haben. Das hätte man dem Hund sicherlich auch angenehmer beibringen können. Daran sieht man auch mal wieder, was sich heutzutage alles Tierfreund nennt. Das Halterpärchen würde sich ganz sicher in diese Kategorie Mensch einordnen. Dabei tun sie ihrem Hund mit bzw. ohne Erziehung eigentlich gar keinen Gefallen.