Mein Rucksack ist gepackt. Ungewöhnliches Gepäck. Das findet auch der Sicherheitsbeamte am Flughafen. Er fragt mich, ob ich beruflich mit Zeitungen und Schreiben zu tun habe. Ich kann seine Frage verstehen… es ist sicherlich nicht alltäglich, dass jemand mit einem Fahrradrucksack voller Sportzeitungen und sonst rein gar nichts hier durch geht. Ich finde mich einfach nur super, erkläre ihm kurz, dass ich zu einer Laufzeitung nach Hamburg unterwegs bin und ganz sicher einen wundervollen Tag haben werde und wünsche ihm einen ebensolchen. Dann flitze ich zum Gate. 

Das ändert sich allerdings noch zweimal. Auf dem Frankfurter Flughafen gibt es ganz offensichtlich genügend Gates, die man ausprobieren kann. Und ich bin ja sportlich und deshalb ist es kein Thema mich hin und her zu schicken. 

Im Flieger nach Hamburg schlafe ich sofort ein. Das passiert mir immer, wenn ich in einem Flugzeug bin. Die Landung ist mein Wecker und als ich raus schaue ist herrliches Wetter. In Frankfurt war es heute morgen noch bewölkt, Hamburg hat dafür die Sonne gebucht.

Ich nehme weltmännisch die S-Bahn und die U-Bahn in die Hafencity, bestaune die Queen Mary 2 im Hafen

und marschiere dann ins 25hours Hotel. Dorthin hat die Runnersworld die heutige Feedbackrunde bestellt. Ich bin bin überpünktlich dort und nehme in der Lobby Platz. Dort werde ich als Facebooknutzer von einem Gast erkannt, der sich spontan dazu entschließt, dass ich ihm eine Facebooknachhilfestunde geben könnte. Sowas ist mir ja noch nie passiert. Der Herr hat leider wirklich wenig Ahnung… aber was soll’s. Ich informiere mich eher bevor ich etwas mache, wohin es führen kann, und er macht das halt offensichtlich andersrum. Deshalb ist die Welt ja so schön bunt, weil die Menschen herrlich unterschiedlich sind. 

Ich bin von der Runners für 12h bestellt. Also gehe ich um kurz vor 12h in den Meetingraum und verabschiede den Facebookherren. Hier treffen sich heute zwei Gruppen von Sportlern bzw. ganz Renners – tauglich von Läufern natürlich. Die erste Gruppe, die, zu der man mich eingeladen hat, ist die Gruppe der Fortgeschrittenen Läufer, hier auch öfter Ambitionierte genannt. Wie man darauf kommt mich in diese Gruppe einzusortieren weiß ich nicht. Aber da es mich ehrt, habe ich die Sortierung nicht hinterfragt. Ich glaube im Vorhinein wurde dazu auch gar nichts gesagt. Sicher bin ich mir nicht. 
Die Gruppe sitzt schon fast vollzählig beisammen. Neben Frank Hofmann, dem Chefredakteur der Runners, sitzen noch Britta, die Onlineredakteurin und Hanna auf der Runnersworld-Seite. Der Rest sind ambitionierte Sportler, wie ich eben. Ein dratiger Bergläufer, eine ältere Powerfrau, im entsprechendem Outfit, eine Ultraläuferin, ein Technikbegeisterter, ein Laufheld, der etwas später kommt, und eine Trailrunnerin. 
Die Vorstellungsrunde finde ich klasse. Einfach deshalb, weil ich natürlich zu jedem Gesicht irgendwie eine Erwartungshaltung hatte und jetzt die Wahrheit erfahre und prüfen kann, ob es auch nur irgendwie zusammen paßt. Tut es natürlich nicht in jedem Fall. Aber das ich rede so wie ich aussehe erfüllt meine Erwartungshaltung doch in manchen Punkten. 
Britta und Hanna führen durch die Diskussion. Frank ist ein stiller Beisitzer während wir über die verschiedenen Laufzeitungen diskutieren und sich herausstellt, dass das, was ich denke gar nicht unbedingt dem entspricht, was andere möchten. Dabei denke ich mir ganz oft, dass ich total mit der Masse mitschwinge. Nun ja. Das scheint offensichtlich nicht immer so zu sein. 
Die Runde ist sich in vielen Punkten allerdings auch total einig und manchmal eben auch überhaupt nicht. Wie das eben so ist im Leben. Über die bunte Welt habe ich ja weiter oben schon eine Erkenntnis aufgeschrieben. 
Als die Diskussionsrunde nach reichlich Zeitüberzug dann zum Ende gebracht wird, mache ich mich auf die Ecke und treffe Bragi. Sie wartet geduldig im Liegestuhl und wir freuen uns, dass sich diese -wenn auch wirklich kurze- Gelegenheit zu einem Treffen ergeben hat. Nach einem leckeren Mittagessen und einer aufregenden Radtour durch die Hamburger Innenstadt, sitze ich dann wieder in der S-Bahn zum Flughafen. So habe ich wenigstens heute auch eine Idee Sport gemacht und nicht nur darüber geredet.
Als ich am Flughafen ankomme, flitze ich förmlich durch die Sicherheitskontrolle, denn lauf meinem Boardingpass hat das Einsteigen in den Flieger längst begonnen. Aber als ich am Gate ankomme, steht die Traube von Passagieren noch davor und ich nehme ganz flott Geschwindigkeit raus. Wir fliegen dann aber doch noch pünktlich ab. Ich schlafe sofort ein. 
Und wache pünktlich beim Landeanflug auf Frankfurt auf und stelle fest, dass Hamburg heute was das Wetter angeht definitiv die Nase vorne hatte. Und was Abenteuer angeht, aus meiner Sicht, ebenfalls.