Ob es Geister gibt oder nicht wird die Menschheit, solange ich am Leben bin, sicherlich kaum herausfinden. Zumindest glaube ich nicht daran. An Geister glaube ich auch nicht, weil mir das einfach zu übernatürlich ist. Wo sollen die denn bitte herkommen? Wo sollen sie sein, wenn man sie nicht merkt? Wie stellt man sich Geister vor? 
Wohnen Geister in Schlössern? In alten Gemäuern, in Verliessen oder Kellern? Rascheln sie mit Ketten? Sieht man die Ketten dann oder sind das dann Geisterketten, unsicht- aber hörbar? 
Heute hat mir der Trainer die Antwort auf all diese Fragen gegeben, obwohl ich niemals gefragt habe. Das Geisterthema ist für mich einfach nicht relevant gewesen bisher. Und dass ausgerechnet der Trainer da der richtige Ansprechpartner sein würde, hätte ich sowieso auch niemals gedacht. Der Trainer kennt sich offenbar mit vielen Themen aus, das sollte nicht unterschätzt werden. 
Ich habe dem Trainer heute einen Kniezwischenstand geschrieben. Dass das Knie stets geschont und gepflegt wird und dass die Taubheit langsam geht. Ich habe geschrieben, dass ich nur schwimme und ein bisschen Powerband – Training mache und jeder Treppensprint dem Knie weh tut. Und dass ich hoffe, dass es bald vorbei ist, weil ich gerne wieder trainieren und bald wieder einen Wettkampf machen würde. 
Und der Trainer? Der hat geschrieben, dass der Ironman Geist in mir wohnt. Damit wäre zumindest dieses Rätsel dauerhaft geklärt. Wie er darauf kommt weiß ich nicht… aber ich zweifle nicht an, was der Trainer schreibt. Das liegt einfach daran, dass er als Trainer eine angeborene Autorität hat und ich? Ich habe offenbar dauerhaft Besuch. In mir wohnt ein Geist.