Der Erklärbär 11


Was ein Marathon heute. Unglaublich, wie anstrengend rumliegen und Mund offen halten sein kann. Ich bin total baff. 
Heute früh habe ich einen Termin in der Zahnklinik. Nach dem weiteren Hinausschieben der Schienenentfernung von letzter Woche ist heute also der Tag der Tage. Die netteste Zahnärztin, bei der ich jemals und Behandlung war, hat gute Laune, klopft auf die Zähne, testet Kälte und ist hoch zufrieden. Ich liege einfach nur rum und habe den Mund auf. 
Sie entfernt die Traumaschiene und macht dann mühevoll den Kleber weg. Der hält bombenfest und so ist die Reinigungsprozedur wirklich eine längere Sache. Als ich dann das erste Mal mit der Zunge über die Zähne fahre fühlt es sich fast ein bisschen so an, wie nach dem meine feste Spange in der Jugend entfernt wurde. Und es schmeckt auch so. Als wäre meine Jugend erst gestern gewesen. Herrlich, wenn man sich jung fühlt. 
Heute Nachmittag habe ich dann den nächsten Termin. Bei meinem Hauszahnarzt, dem Zahnforum in Bürgel. Immerhin müssen die unterschiedlich benannt werden, wenn man mehrere hat. Der Hauszahnarzt ist bei mir ein Herr und gleichzeitig ein Erklärbär. Wir haben heute einen langen Termin und dafür wird als erstes eine Betäubung gesetzt. Während die wirkt und meinen rechten Nasenflügel vollkommen taub werden läßt, schaut sich der Hauszahnarzt die Fotos der Klinikzahnärztin an. Natürlich die, die sie gemacht hat und zwar vor vier Wochen von mir. Die Fotos schocken den armen Hauszahnarzt und ich glaube, er ist froh, dass er die Restaurierungsarbeit hat und nicht die Ersthelferaufgaben. Jeder macht halt was anderes gerne. 
Dann legt der Hauszahnarzt Erklärbär los und kommentiert seine Arbeiten in meinem Mund. Ich weiß so immer genau was gerade gemacht wird, ob es nass wird oder ruckelt oder warum es gerade komisch schmeckt. Ich liege rum, knuddle den Stressball und fühle mich mit jeder Minute mehr fix und fertig. Schmerzen habe ich keine… aber diese Rumliegerei ist unheimlich anstrengend. Und irgendwie zieht’s und drückt auch. Angenehm ist was anderes. Soviel ist sicher. 
Der Erklärbär modelliert mir neue Zähne, so dass meine Zahnfront wieder ansatzweise normal und ansehnlich aussieht. Außerdem schützt der Erklärbär damit auch die kaputten Zähne solange, bis die Baustelle finalisiert werden kann. Die Finalisierung ist nicht nur von lauter Krankenkassenbürokratie abhängig sondern auch davon, wie gut die Übergangsfront und ich so miteinander klar kommen. 
Jetzt habe ich auf jeden Fall mal wieder Zahnschmerzen. Oder Zahndruck. Egal. Es ist unangenehm und es wäre viel schöner, wenn es nicht wäre.
Clauditries
Like me on

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

Meine Kontaktdaten findet Ihr im Impressum!
Clauditries
Like me on

Letzte Artikel von Clauditries (Alle anzeigen)


Über Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon – Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

Meine Kontaktdaten findet Ihr im Impressum!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

11 Gedanken zu “Der Erklärbär