Laufen als Kugel


Ich habe seit dem Vereinsgrillen gestern mittag nichts mehr gegessen. Ich war gestern einfach viel zu vollgefuttert, als dass abends noch irgendetwas rein gepaßt hätte. Mein Laufvorhaben für den gestrigen Abend ist den in Hessen und Bayern runtergegangenen Unwettern zum Opfer gefallen und so wache ich heute auf und will eigentlich laufen gehen. Aber so eine lange Essenspause spricht bei mir nicht für Laufen am Morgen. Ich komme ja so schon kaum vom Fleck, morgens ist es noch eine Ecke schwerer, wenn ich abends etwas gegessen habe, aber so viele Stunden essensfrei und dann laufen? Das will ich besser nicht probieren. 
Wo aber bekommen der Zeugwart und ich nun am  Feiertag bloß etwas zu essen her? Aber wir müssen selbstverständlich nicht lange rätseln. Heute ist Hochzeitslokalitätenbesichtigung mit der Teamchefin und dem Profiathleten… und dabei gehen wir, weil es dort hervorragend lecker sein soll, gleich mal dort brunchen. Das Wetter ist heute wie im Dezember. Im Gegensatz zu gestern, wo ich in der Sonne beim Helfereinsatz saß und überlegt habe, ob LSF30 wohl ausreichend war, ziehe ich mir heute besser noch eine Strickjacke drüber und schnappe mir die Regenjacke. Wir haben 9°C, es nieselt. Wirklich unangenehm. 
Der Zeugwart, die Teamchefin, der Profiathlet und ich geniessen das umfangreiche Buffett und könnten vom Prinzip her natürlich bereits um 11h mit dem Essen wieder aufhören. Da der Brunch allerdings um 12h nochmals mit der warmen Hauptspeise loslegt um dann um 13h noch ein Desert Buffett preis zu geben, ist um 11h ganz offensichtlich noch lange nicht Schluss. Wir essen einfach weiter. 
Als der Zeugwart uns gegen 14h vom Berg wieder runter rollen, sind wir fix und fertig. Essen ist wirklich ziemlich anstrengend, dabei habe ich gar nicht viel, von der Portionsgröße her, gefuttert. Aber ich kugel mich irgendwie. 
Nach mehreren Stunden Sofapause, in der der Zeugwart auf der Couch schlief und ich Avatar geschaut habe, springt der Zeugwart auf, zieht sich um und will laufen gehen. Also das halte ich für eine interessante Idee, weil ich zwar eine Couchpause gemacht habe, aber trotzdem noch genauso voll gefuttert bin, wie vor 4 Stunden. Mein Körper paßt so höchstwahrscheinlich gar nicht in die Laufhose? Wir werden sehen. 
Fertig umgezogen und für ungemütlich 14°C und bösen Wind gerüstet, laufen der Zeugwart und ich los. Wir können beide nicht schnell, aber das ist bei dem heutigen Pensum an Nahrungsaufnahme auch gar nicht das Ziel. Also machen wir langsam. Und laufen einfach schön einträchtig nebeneinander her. Bei mir geht’s auch mit dem Muskelkater vom Superheldentraining vom Donnerstag. Ich merke es nicht mehr. Der Zeugwart hingegen hat noch immer ordentlich mit Muskelschmerzen zu kämpfen. 
Ich bin wieder erst nach ungefähr 4-5km warm gelaufen. Dann läuft es rund und ich könnte ewig weiter. Die Adrenalin laufen sich wirklich ganz gut. Da hat es sich ganz offensichtlich gelohnt zu warten, bis die alte, unzufriedene Frau mit ihrem Gemecker fertig war. 
Zum Abschluß turne ich noch ein bischen auf dem Handtuch rum und merke dabei auch noch, dass Kenneth mich ganz offensichtlich nicht leiden kann. Aber gut, er kann ja auch nichts dafür, dass ich heute so kugelig bin. 
Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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