Drei Eispacks später


Ich bin alleine. Der Zeugwart fährt heute mit dem Flitzer zusammen Rad. Es ist herrliches Wetter… einfach unfassbar schön. Kalt zwar, mit 5°C, aber die Sonne scheint den Beiden so grell ins Gesicht, dass ich weiß, ohne Sonnenbrille geht heute gar nichts. Die Herren sind um 8:30h gemeinsam losgefahren. Unnötig zu erwähnen, dass der Flitzer schon vorher ein Ründchen dran gehängt hat, er trainiert mal wieder so heftige Umfänge, dass ich nur schlucken kann. 
Ich stehe mit dem Zeugwart auf. So fühle ich mich nur halb krank irgendwie. Aber es ist ein komisches Gefühl, als er sich alleine anzieht und sein Rad flott macht. Ich bleibe also hier. Meine Sportlichkeit besteht heute darin, dass ich mich anziehe, äußerst dynamisch Eispacks aus dem Gefrierschrank hole und mein Knie hochlege. Super. Die Perspektiven ändern sich schnell. 
Die Beiden fahren 50km und schon nach zwei Stunden ist der Zeugwart zurück. Das macht genau drei Eispacks später. Ich befinde mich also in einer neuen Zeitrechnung. 
Mein Knie hat nach wie vor keinen besonders großen Bewegungsradius. In sich meine ich. Da heute Sonntag ist, hat es sowieso keinen großen Radius außerhalb des Hauses. Alle Ärzte haben zu. Schrecklich, wenn Arztbesuche die einzige Abwechslung in so einen Tag bringen. Oder die Gänge in die Küche um Eispacks auszutauschen. 
Heute sehe ich auch zum ersten Mal mein Gesicht ohne Grind und Schorf. Das liegt daran, dass der Schorf abfällt. Es fühlt sich komisch an, also schaue ich in den Spiegel… und erschrecke mich. Ich habe eine Narbe im Gesicht. Man kann sie gut sehen. Sie fällt sofort auf. Ich schlucke. Das habe ich nicht erwartet. Ich weiß zwar, dass im Krankenhaus genäht wurde, allerdings habe ich nicht gespürt wo… und außerdem stirbt die Hoffnung ja zu Letzt. 
Ich pflege die Haut weiter mit der Wundheilcreme, wie es mir im Krankenhaus gesagt wurde. Ich kann es ja nun sowieso nicht ändern. Es hätte viel schlimmer kommen können. Bis zum Nachmittag hat sich wieder eine Schorfschicht über der Narbe gebildet. Wahrscheinlich, damit ich nicht ständig im Spiegel draufstarre? 

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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