Den See genießen


Für mich findet heute die letzte Swimnight statt, weil ich in den kommenden zwei Wochen geschäftliche Termine habe und es deshalb nicht mehr zum See schaffen werde. Zum Abschluß meiner bislang ziemlich erfolgreichen Freiwassersaison möchte ich also heute noch mal so richtig den See genießen. Eigentlich auch am liebsten im Neoprenanzug, immerhin ist ja das Freiwasser dafür prädestiniert. Allerdings ist der See heute auch wirklich warm. Richtig anbieten tut es sich in diesem heißen Sommer ja sowieso nicht, mit Neo zu schwimmen, weil es draußen warm ist. Aber mittlerweile ist auch der See schon richtig warm und heute rät der Veranstalter sogar ausdrücklich davon ab, die Neos anzuziehen.

Und da dort die Experten sind, schwimme ich also meine letzte Swimnight dieser Saison ohne Neoprenanzug. Wir treffen wieder ein paar Freunde und die Zeit vergeht wieder mal wie im Flug, und dann geht’s auch schon los. Am Ufer ist heute, in der letzten hessischen Ferienwoche auch noch ordentlich was los und so betrachten die Badegäste, die noch bis spät am Nachmittag am See ausharren, die locker 150 Schwimmwilligen, die sich jetzt in die Fluten stürzen. Wirkliche Abkühlung bringt das Wasser nicht, aber es ist nass, das ist schon mal etwas. Im Gegensatz zu vielen anderen Gewässern, ist der Langener Waldsee -warum auch immer- erfreulicherweise noch nicht von Algen und/ oder Seegras eingenommen.

Wir schwimmen heute wieder ziemlich früh los. Es bringt auch nichts immer auf die Lücke zu warten. Manchmal schwimmt man einfach drauf los und dann funktioniert es entweder, oder man muß sich halt durchboxen. Ist im wahren Leben ja auch so. Manchmal funktionieren Dinge, wie geplant, und manchmal eben auch nicht. Heute klappt’s bei mir mal wieder großartig. Ich finde zwar keine Lücke, aber die Schwimmer um mich rum arrangieren sich hervorragend um mich rum und so schwimme ich ganz schön in so einer Gruppe mit. Bis zur ersten Boje, dann biege ich ab. Ich möchte heute nämlich zuerst die Kleine und dann im Anschluß die große Runde schwimmen.

Hier auf der kleinen Runde bin ich alleine. Also fast alleine. Die meisten Athleten schwimmen zuerst die große Runde, oder überhaupt erst mal die Große. Abbiegen tut zu Beginn des Schwimmens am Ende der Saison kaum einer mehr. Ich kann also jetzt genau testen, wie gut ich so alleine voran komme. Ich rütteln mich ein paar Mal, damit ich auch meine Schulter ordentlich benutze, dann tauche ich auch noch schön ein und ziehe richtig durch. Ist so ein richtiges Freiwassertraining hier heute. Ich werde auf dem Weg zur nächsten Boje vom Zeugwart angeschwommen und weil ich abkürze und innen vorbei schwimme, sind wir auf einer Höhe, als es zurück zum Ufer geht.

Manchmal müssen halt Tricks angewendet werden, wenn es um die große Liebe geht. Kurz vor dem Ufer, da wo ich gerade noch nicht stehen kann, schwimmen wir einen Bogen und legen noch eine Runde drauf. Und zwar eine Große. Das ist noch möglich, weil wir mit der kleinen Runde gestartet sind und die ja gar nicht so ewig dauert. Und auf die Große darf man noch bis um 19:45h gehen, glaube ich zumindest. Da uns keiner aufhält, scheinen wir also noch voll in der Zeit zu liegen. Der Zeugwart schwimmt flotter als ich. Wahrscheinlich könnte ich dran bleiben, aber irgendwie achte ich heute noch mal besonders auf alles, was der SchwimmGuru mir beigebracht hat. Ich möchte einfach noch mal eine richtige Freiwassertrainingseinheit machen, ehe ich in die Swimnights – Off – Season gehe und es keine wirkliche Regelmäßigkeit im Freiwasserschwimmen mehr gibt.

Da wir auf der Arbeit ein neues Computersystem einführen, werde ich da jetzt auch noch ein bisschen mehr eingespannt sein. Es ist also nicht wirklich absehbar, wann ich wieder im See schwimmen werde. Ich genieße die große Runde. Es ist wirklich leer, weil ich den anderen Athleten ja ein bisschen Voraus bin auf der Strecke, und so schwimme ich wieder meinen Stiefel und rütteln mich immer mal wieder zurecht. So lange am Stück ist für mich noch nicht routiniert, aber es macht Spaß. Gegen Ende bekomme ich zwar noch einen Krampf in der Fußsohle, aber das liegt wahrscheinlich nur daran, dass auch meine Fußsohle die lange Schwimmstrecke noch nicht wieder gewöhnt ist.

Nachdem wir noch auf den Riesen warten, der aber nach seiner Runde direkt zum umziehen gegangen ist, marschieren wir zum Auto und zum Essen. Natürlich weisen wir den Riesen vorher noch auf das Seereglement hin, dass man sich nicht einfach verzieht, und alle anderen im Unklaren lässt, ob man noch schwimmt, oder schon raus gegangen ist. Aber dann geht’s zum Essen. Sofort.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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