Ironswim – ein Versuch


Gefühlt findet jedes Jahr der Ironman Swimday statt, seit dem ich Ironman und Triathlon überhaupt auf dem Schirm habe. Ob das wirklich so ist, weiß ich nicht, aber das ist auch egal. Der Swimday gibt den Athleten und allen, die es auch mal probieren möchten, die Möglichkeit die Ironman Distanz im Langener Waldsee abzuschwimmen. Mit den Bojen, die auch am Wettkampfmorgen gesetzt sind. Und mit der Sicherung vom DLRG. Eine tolle Gelegenheit und es sind immer einige Athleten am Start.

Ich will es heute auch mal wieder probieren. Zwar bin ich schon mal die 3,8km geschwommen, aber ich bin mir sicher, ich kann das schneller und deshalb will ich die Chance heute einfach mal nutzen. So lange und diese Distanz kann ich sonst nicht so bequem und so sicher schwimmen. Der Zeugwart will auch noch mal im Freiwasser schwimmen diese Woche und so ist klar, dass wir heute früh zum See fahren.

Nach dem Gewitter gestern, ist es heute extrem windig. Außerdem ist es auch ziemlich bewölkt. Aber wenigstens ist für den Nachmittag Sonne angesagt. Leider bringt mir das für den Swimday nichts, denn der findet ja am Vormittag statt. Der Waldsee hat also ordentlich Wellengang, weil der Wind darüber hinweg fegt, als gäbe es kein Morgen. Es gibt ab er ein Morgen, von daher weiß ich nun wirklich nicht, was das jetzt ausgerechnet heute mit dem Wind soll. Es wird mir eine neue Bestzeit ziemlich sicher versauen.

Wir ziehen uns um und marschieren nach vorne, wo wir ganz viele Bekannte Gesichter treffen. Die Triathlonwelt im Frankfurter Raum kennt sich irgendwie. Es ist jetzt nicht so, als gehören wir dazu, aber zumindest kenne wir einige und es ist ein schönes Wiedersehen. Die Wettkampfsaison ist mittlerweile ja auch in vollem Gange und auch der Ironman Frankfurt lässt nicht mehr lange auf sich warten. Es kribbelt in den Gemütern.

Oder ist das der Wind?

Weiß man jetzt nicht, ist auch egal, es ist in jedem Fall zu windig für mein Vorhaben. Ich zuppel noch ein bisschen am Neo, gehe wässern und zuppel dann noch mal. Dann schwimmen der Zeugwart und ich gemeinsam los. Die ersten paar Meter klappt das auch ganz gut, aber bis zur ersten Boje habe ich schwere Arme und dann fangen die Athleten vor mir auch noch das Brustschwimmen an. Was das jetzt soll, ist mir auch nicht so ganz klar, denn ich vermute, dass die meisten Teilnehmer von heute tatsächlich beim. Ironman am Start sein werden.

Und da wird ja wohl nicht schon bei der ersten Boje ins Brustschwimmen übergegangen, oder etwa doch? Ich schwimme also fleißig um die Menschen drumrum, denn wir sind ja nicht im Wettkampf und da muß man ja nicht über die Leute drüber schwimmen. Außerdem habe ich eine ordentliche Orientierung und finde die richtige Spur im Nu. Das geht aber tatsächlich nicht jedem so. Ein gestresster Schwimmer kreuzt meine Spur mehrfach. Einmal von rechts, dann wieder von links. Also wenn der beim Ironman an den Start geht, dann muß der sich entweder auf seine Verschwimmen verlassen, oder er schwimmt einfach viel mehr als nötig.

Ich steige heute nach 1.600m aus dem Wasser und kann nicht weiter schwimmen. Meine Oberarme sind schwer und ich kann sie kaum mehr richtig anheben, und wir wollen ja noch zu Lovis fahren heute, denn dort verbringen wir das Wochenende. Es ist also nicht so, als hätten wir ewig Zeit. Ich entscheide mich also gegen die zweite Runde und gegen die 3,8km. Ist das blöd? Ja, total. Ich wäre wirklich gerne die komplette Strecke geschwommen. Aber ich bin ziemlich fertig und will das Wochenende nicht komatös auf der Couch verbringen, sondern es mit Lovis, dem Räuberhauptmann, dem Starken und Karla Kolumna genießen.

Die Distanz heute hat mir vollkommen ausgereicht. Es ist klar, dass ich in diesem Jahr in keiner Disziplin auch nur ansatzweise fit genug für irgendeinen Wettkampf bin, und so passt das eben. Immerhin sind wir bei dem Wetter und dem Wellengang als nicht-Ironman-Athleten, also vollkommen ohne Druck, trotzdem ins Wasser gegangen. Das ist doch schon mal ziemlich beeindruckend.

Zurück am Auto ziehe ich den Neo nochmals zurecht und stelle fest, dass er trotz aller Zuppelei zu Beginn leider wirklich nicht richtig gesessen hat. Manchmal muß man einfach mehr zurecht rücken, als gedacht. Na ja, jetzt fahren wir heim und vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr einen neuen Versuch, wer weiß das schon?

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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