Gut gefüllt


Der Tonangeber hat einen neuen Trainingsplan geschickt und auf der Autobahn ist heute früh ein Lastwagen umgekippt und hat eine komplette Ausfahrt, die den Frankfurter Flughafen versorgt, versperrt. Der Stau beginnt heute früh, als wir aufstehen und bis nach dem Mittagessen ist er immer noch ganz ansehnlich. Ich arbeite deshalb heute von daheim. Das läuft für gewöhnlich so ab, dass ich wesentlich früher als allgemein üblich mit der Arbeit beginne, mir zur Mittagspause schnell etwas aus der Küche hole und es dann vor dem PC esse und dann bis spät, als der Zeugwart schon längst daheim ist, immer noch am Schreibtisch sitze.

Ich bin wirklich froh, dass ich nicht täglich von daheim arbeite. Obwohl es auch gravierende Vorteile hat, natürlich. Alleine den Arbeitsweg zu sparen ist ziemlich cool und so bleibt im Regelfall etwas mehr Zeit für andere Sachen. Vor allem ins Therapiezentrum kann ich sehr gut gehen, wenn ich von daheim arbeite, so wie heute. Zwar fahre ich den Sportrucksack dauerhaft im Auto mit rum, falls ich mal frühzeitig Feierabend machen kann und es vor 20h hin schaffe, aber das ist nicht so oft der Fall. Und weil es eben ein Therapiezentrum ist und kein Fitnessstudio, schließt es um 20h, egal, ob ich da war, oder nicht.

Heute stelle ich mir den Sportwecker, damit ich es rechtzeitig ins Therapiezentrum schaffe. Draußen schüttet es, wie aus Eimern, bei 3°C, ich bin wirklich froh, dass wir jetzt nicht mit dem Rad unterwegs sind, sondern gestern ganz offensichtlich einen regenfreien Novembermoment erwischt haben. Bis zum Therapiezentrum ist meine Jacke einmal komplett nass, so dass sich in der Umkleide ganz sicher innerhalb kürzester Zeit ein kleiner See darunter bilden kann. Ich springe aus den Klamotten und als ich den Trainingsraum betrete, ist jedes Gerät besetzt. Wow. Das war ja noch nie der Fall!

Also drehe ich um und gehe in den nächsten Raum. Den, den ich mir für gewöhnlich gerne spare, weil er ausschließlich Geräte für meine Schulter und verschiedene Übungen für den Schultergürtel anbietet und das erfahrungsgemäß recht unangenehm ist. Aber ich warte ja jetzt nicht, bis ein Gerät frei wird. Und heimfahren ist auch keine Option. Heute kümmere ich mich also hauptsächlich um die Schulter. Ich beginne mit Bankdrücken, einfach, weil es da schon fertig aufgebaut ist und ich mir die ganzen anderen Übungen erst mal ins Gedächtnis rufen muß.

Dann arbeite ich mich langsam durch alle Schulterübungen bis zum unteren Rücken vor und als ich wieder am Trainingsraum vorbei gehe, ist der praktisch leer. Ich grüße freundlich und ernte ein stilles, gequältes Lächeln einer Mitstreiterin, die gerade von der Bauchmaschine gequält wird. Oder die Bauchmaschine quält. Als sie fertig ist, grüßt sie deutlich und entschuldigt sich für die Quälerei. Ich weiß, wie sie sich fühlt. Alles gut. Die Beinpresse reize ich mittlerweile gut aus und auch die Hüftmaschine bekommt von mir heute eine Gewichtssteigerung verpasst. Meine Hüfte hat ein paar mal gezwickt in der letzten Woche, nicht, dass sich da wieder was meldet?! Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Als ich nach 45 Minuten fertig und komplett durchgeschwitzt bin, sagt mir meine Sportuhr, dass ich ganze 53 Kalorien verbraucht hätte und fragt  mich, warum ich mein Tagesziel heute wohl wahrscheinlich nicht erreiche. Ich ignoriere diese Anmerkung. Blöde Technik. Meine Jacke tropft immer noch, als ich sie wieder anziehe und natürlich schüttet es draußen auch noch ordentlich. November halt. Morgen steht nichts auf dem Trainingsplan, was mich sehr freut, denn ich hätte sowieso keine Zeit etwas zu sporteln. Wahrscheinlich muß ich auch erst mal ordentlich meinen Muskelkater pflegen?

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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