Etwas von Moral


Nach so einer Landung aus den USA hat mein Körper meist ziemlich viel mit JetLag zu kämpfen. Deshalb probiere ich immer gleich alles richtig zu machen, in der Hoffnung, dass ich es einfach besser und schneller in den Griff bekomme. Gestern also, habe ich nach der morgendliche, verspäteten Ankunft, nach einem unbequemen, eiskalten Flug, erst mal mit dem Zeugwart eingekauft, ehe ich mich am frühen Nachmittag zwei Stunden schlafen gelegt habe. Im Anschluß hätte ich ganz locker weiterschlafen können, aber ich habe mich am späten Nachmittag von der Couch hochgequält und das war auch wirklich schwierig.

Gegen 21:30h bin ich dann wieder ins Bett und konnte tatsächlich bis heute früh durchschlafen. Allerdings hätte ich auch noch länger schlafen können, als ich es letztendlich gemacht habe. So ein Tag am Wochenende ist ja eh eigentlich schon viel zu kurz, da schlafe ich lieber heute Nachmittag noch mal ein Stündchen, oder gehe heute Abend eben einfach etwas früher ins Bett, wenn es nötig sein sollte.

Auf meinem Trainingsplan für heute steht frische Luft. Ich soll Crosser fahren schreibt die Chefin. Und ich soll mich warm anziehen. Von Regenjacke steht da zwar nichts, aber die ist heute nötig. Ich ziehe mich also warm an, und entscheide mich beim Blick aus dem Fenster genau für die Regenjacke. Draußen regnet es nämlich. Als wir die Räder draußen haben, wird der Regen stärker. Natürlich. Wir fahren also im Regen los und beschließen uns erst mal in den Wald zu verziehen. Hier hoffen wir, dass die Blätter der Bäume den Regen aufhalten. Im Winter ist das ja eher ein frommer Wunsch, als Realität, aber tatsächlich hilft es ein bisschen.

Leider führt der Weg auch irgendwann wieder aus dem Wald heraus, so dass die Regenjacken und die Überschuhe kontinuierlich Sinn machen. Natürlich weht auch ein ordentlicher Wind, immer von vorne. Klar. Heute formuliere ich mehr als einmal ein Beschwerdeschreiben an die Chefin. Ohne sie wäre ich jetzt hier nicht draußen unterwegs. Jedes Mal, wenn der Regen wieder stärker wird, oder mich eine Böhe trifft formuliere ich erneut… liebe Chefin. Heute müssen ihr wirklich die Ohren klingeln. Wir fahren heute eine wirklich sehr schöne Mischung zwischen Wald- und Feldwegen und Asphalt. Ich brauche ein bisschen, bis ich warmgefahren bin und vom Fleck komme.

Die Waldwege sind auch so richtig eingeschlammt, schon nach den ersten Metern ist klar, dass wir auch heute nicht um das Abspritzen der Räder drumrum kommen werden. Wir fahren von viel zu wenig Regen, von Wald zu Feld und ich weiß ganz genau, wenn es heute nicht auf dem Plan gestanden hätte, dann wären wir gar nicht losgefahren. Der Zeugwart erzählt mir bei einem meiner „liebe Chefin“ Ansprachen etwas von Moral und dass jeder bei schönem Wetter trainieren kann. Was auch stimmt.

Erfreulicherweise halten unsere Klamotten heute wunderbar, was sie versprechen. Regenjacke, Überschuhe und Überhose sind absolut dicht, meine Socken halten top warm und auch meine Schichtwahl oben rum ist absolut prima gewesen. Wirklich kalt ist es auch nicht. Mittlerweile sind uns ein paar Spaziergänger begegnet, die einen ohne aufgespannten Schirm, offensichtlich bei einem Jackenkaputzentest, die nächsten mit Wollmützen, die sich ganz herrlich vollsaugen. Und wir alle grinsen uns an, weil wir wissen, dass man schon auch etwas verrückt sein muß, um bei diesem Wetter unterwegs zu sein.

Der Zeugwart findet heute einen neuen Weg heim und biegt relativ spontan ab. In diesem Wohngebiet war ich noch nie, aber es ist sehr schön hier und anscheinend haben die Menschen auch ordentlich Geld. Hier stehen große Autos vor riesigen Villen. Wir fahren durch den Wald wieder zurück, der Regen hat es mittlerweile auch vollständig durch die Blätter geschafft. Die anschließende Reinigung der Räder lohnt sich heute mal wieder so richtig. Und meinen Garmin habe ich auch vollständig leer gefahren. Liebe Chefin, nachdem ich aus den Klamotten raus und frisch geduscht bin, sieht die Welt auch schon wieder ganz anders aus. Dann hat es auch aufgehört zu regnen. War also nur eine schlechte Tagesplanung. Kann ja mal passieren.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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