Strecken – und Zeitlang


Heute bin ich alleine mit Madita und dem Fremdvereinsfan beim Schwimmtraining und tatsächlich sind wir auch nur zu zweit im Wasser, weil der Fremdvereinsfan nur mitkommt, damit wir überhaupt schwimmen können. Eigentlich ist der heute nämlich schon gelaufen und zwei Einheiten stehen bei ihm heute nicht auf dem Trainingsplan. Dabei ist das für Triathlontrainingpläne ja durchaus üblich, da hat er also noch mal Glück gehabt.

Wir einigen uns heute auf munteres hin – und herschwimmen, statt zu kreiseln und schon geht’s los. Das Freibad liegt im Licht der Abendsonne, so richtig warm ist es heute nicht. Die letzten Sonnenstrahlen gaukeln uns zwar vor, dass Sommer ist und man könnte fast meinen, dass der Tag heute mit einer ordentlichen Temperatur geglänzt hat. Hat er aber nicht. die Tageshöchsttemperatur waren heute gerade mal 20°C und mit dem Wind, der sich dazugesellt. hat, hat sich das überhaupt nicht warm angefühlt.

Es ist also eher herbstlich. Das Wasser fühlt sich zusätzlich kühl an und so kostet es schon Überwindung mit dem Schwimmtraining los zu legen. Zusätzlich hab ich keinen Trainingsplan für heute. Ich schwimme meine neue Schwimmbrille und  will einfach ein bisschen hin und her schwimmen. Eigentlich weiß ich, dass das blöd ist und nichts bringt und es viel viel besser ist, wenn ich einen Plan hätte, aber manchmal denke ich eben einfach nicht so weit.

Zusätzlich habe ich den Sack mit Trainingsequipment nicht dabei. Warum auch immer. Ich nehme mir vor, dass ich den zum Schwimmbadschwimmen zukünftig immer mitnehme. Dann hab ich wenigstens die Auswahl, was ich schwimmen möchte. Und ich kann mir relativ einfach einen der alten Trainingspläne ins Gedächtnis rufen. Heute geht das aber nicht. Also schwimme ich Strecke. Immer 400m Blöcke.

Der Erste ist unheimlich lang. Zusätzlich komme ich nicht vom Fleck, was ihn noch länger macht, als die 400m eh schon lang sind. Es ist also nicht nur Strecke, sondern auch Zeit lang. Eine ätzende Kombination. Viel schöner wäre es ja, wenn man das Unliebsame blitzschnell absolvieren könnte. Obwohl 400m Blöcke nicht unliebsam sind. Sicherlich hab ich mich beim Ersten verzählt? Der ist einfach unfassbar lange.

Aber die Uhr zeigt 400m an. Und die ist richtig eingestellt, das heißt, sie zählt die 50m Bahnen und verzählt sich wirklich selten. Es ist zusätzlich sehr unwahrscheinlich, dass sie weniger anzeigt, als ich geschwommen bin. Wenn überhaupt, dann betrügt die Uhr nach Oben. Sie rundet mal ganz gerne auf. Vor allem, wenn ich auf einer Bahn mittig noch mal einen Purzelbaum mache, um dann von null wieder loszuschwimmen zum Beispiel. Dann denkt die Uhr, das seien zwei Bahnen und zeigt also mehr an. Aber gut. Ich glaube, bei diesen 400m hat sie sich wirklich nicht verzählt. Und es dauert einfach nur ewig.

Der Fremdvereinsfan, der sich die Sache vom Beckenrand betrachtet, teilt mir mit, dass ich übergreife und er findet, ich soll mal weiter außen eintauchen mit meinen Händen. Das ist mir nicht aufgefallen. Es gibt ja nichts zu verlieren, also probiere ich die nächsten 400m einfach mal weiter außen zu greifen. Die ersten 100m fühlt sich das total falsch an. Viel zu weit außen und voran komme ich auch nicht. Zumindest ist das mein Gefühl.

Aber die Uhr spricht eine andere Sprache. Ich bin flotter. Das ist doch verrückt. Mal wieder. Von außen sieht man so etwas einfach besser, als der Sportler selbst. Der Sportler bin in dem Fall ich…. und ich seh mich ja selbst nicht. Und das was ich sehe, finde ich meistens großartig. Das heißt also, beim eintauchen ist mir nicht aufgefallen, dass das zu eng war. Wahrscheinlich, weil ich halt so schwimme und sich dieser Fehler eben über die Zeit eingeschlichen hat? Jetzt merzen wir den wieder aus. Dafür ist das Beckenschwimmen perfekt.

Viel besser als das Freiwasserschwimmen. Eine Umstellung ist nämlich anstrengend und erfordert auch ordentlich Konzentration und da kommt mir der Beckenrand regelmäßig schon ganz gelegen. Ich kann dann kurz noch mal fokussieren und die Anspannung lösen. Wie praktisch. Wenn ich am Donnerstag wieder in den See hüpfe, werde ich hoffentlich auf dieses schnellere Gefühl zurückgreifen können!

Ich schwimme heute in der Stunde ordentlich Meter und werde vor allem immer schneller. Eine sehr gute Beobachtung vom Fremdvereinsfan und total hilfreich. Natürlich kann der jetzt nicht jedes Schwimmtraining am Beckenrand verbringen. Immerhin ist er auch ein Athlet und möchte trainieren, aber wenn er mal wieder ein anderes Training einlegt und am Beckenrand steht, dann werde ich ihn auf jeden Fall wieder darum bitten noch mal zu schauen, ob von außen angeschaut alles passt.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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