Bis zum Wendepunkt 2


Nachdem wir den Bulli heute wieder zurück gegeben haben, war der Tag hauptsächlich mit Urlaubswäsche waschen, alles verräumen und den Balkon herbstfest und sturmsicher machen gefüllt. Für die nächste Woche ist das Wetter ja zusätzlich zum Regen auch noch mit heftigen Sturmböen angekündigt, da will ich lieber vorbereitet sein, als dann den Sachen im Sturm nachzujagen. Für mich steht schon den ganzen Tag fest, dass ich heute noch laufen gehen möchte. Mein Knie fühlt sich super und auch mein Oberschenkel hat seit dem letzten Lauf im Regen nicht gemuckt.

Wahrscheinlich ist bei allen Beschwerden und allen Diagnosen auch immer die generelle Belastung ein Thema, was man nicht vergessen sollte. Ich bin derzeit im Urlaub und dadurch natürlich ganz anders unter Strom, als wenn ich arbeiten gehe. Ich kann aber ja deshalb nun nicht meinen Job an den Nagel hängen und nur noch Urlaub machen. Wäre zwar cool, ist aber doch unrealistisch.

Heute ziehe ich mich also am späten Nachmittag um, als alles soweit aufgehängt und verschnitten ist. Ich unterschätze die Temperatur total, weil ich durch den ständigen Wind beim Balkonstutzen ein kaltes Gefühl habe, und ziehe mich viel zu warm an. Ein langes Laufshirt und darüber sogar noch eine Weste! Ein typischer Laufanfängerfehler in meinen Augen und das, obwohl ich vom Laufanfänger sein eigentlich weit entfernt bin. Und dann doch wieder nicht. Offensichtlich.

Der Zeugwart will heute auch laufen gehen, also gehen wir gemeinsam runter und laufen los. Ich bin eigentlich davon überzeugt, dass der Zeugwart mir weglaufen wird, aber das tut er nicht. Wir laufen einträchtig nebeneinander her, die ganze Zeit. Ich habe in meinem Kopf bereits festgelegt, dass ich an einer bestimmten Stelle eine Gehpause mache, egal, wie gut es läuft. Es bringt nichts, zu viel auf einmal zu wollen und Tatsache ist, dass ein Technikseminar keine Zauberei möglich macht. Ich bin schon ewig nicht mehr am Stück gelaufen, also muß man es auch nicht übertreiben.

Wir sind ganz gut unterwegs und ich schiebe die Gehpause noch etwas hinaus, allerdings schnaufe ich dann auch schon ordentlich. Weil das Meiste heute der Kopf macht. Weder die Beine, noch die Lunge mucken, während wir unterwegs sind, aber als ich den Gehpausen Ort nach hinten schiebe, macht die Lunge Musik und ich schnaufe los. Alles Kopfsache. Warum sonst sollte das passieren? Ich kann es aber nicht steuern und dieses Rumgeschnaufe nervt auch. Ich stelle mir vor, wenn ich so an jemanden ran laufe, oder irgendwann mal wieder bei einem Lauf starte und dann so schnaufe.

Die Mitläufer, wenn dann jemand in meiner Nähe laufen würde, wären ja kolossal genervt, berechtigterweise. Aber gut, um andere Mitläufer als den Zeugwart geht’s derzeit nicht. Ich mache also eine kurze Gehpause und laufe dem Zeugwart dann hinterher. Er wartet an unserem vorher festgelegten Wendepunkt und ich laufe ihm klar aufgerichtet, mit gutem Fußaufsatz und ordentlicher Armarbeit entgegen. Der Lauf ist für mich echt anstrengend, und das liegt nicht an der Geschwindigkeit, sondern an der ungewohnten Körperspannung, der aufrechten Haltung und der Armarbeit.

Wir machen am Wendepunkt eine kurze Pause, schnaufen durch und schicken Lovis ein Foto, damit sie weiß, dass wir im Training für den Nikolauslauf in Forchheim sind. Dann laufen wir zurück. Ich will ohne Pause wieder heim laufen. Das sind 2,5km. Keine Distanz für einen Läufer, aber länger, als jeder meiner Läufe in den letzten 11 Monaten auf jeden Fall. Eine kleine Anstiegspassage, die ansonsten kaum merkbar ist, nimmt mir noch mal die Luft und ich mache eine kurze Gehpause. Die ist aber, glaube ich, auch nur kopfbedingt.

Vielleicht spreche ich bezüglich meiner Läufe auch noch mal mit Eva und hole mir Rückenwind beim Laufen? Mal abwarten, wie sich das so entwickelt. Wenn es gut läuft hab ich ja schließlich keine Lust, mir das Laufen zu versauen, nur weil der Kopf denkt, da müsste jetzt eine Gehpause eingestreut werden. Den Rest der Strecke laufe ich locker mit dem Zeugwart heim und mache sogar noch einen Schlußspurt, weil zwei kleine Jungs auf ihren Rollern gejagt werden möchten. Beim Schnellcheck daheim, noch ehe wir das Haus betreten, kann ich schon kurze Zeit nach der Ankunft super atmen und habe keine Schmerzen. Nirgends.

Das ist der Wahnsinn. Aber, eben weil ich ein Laufanfänger bin, war ich viel zu warm angezogen.

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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