Crosser im Feuchtgebiet 6


Der Herbst ist nicht mehr zu verleugnen, Stürme, bunte Wälder und immer mal eine Regeneinlage zwischendrin lassen keinen Zweifel daran, dass der Sommer vorüber ist. Und zum Herbst gehört bei uns Crosser fahren. Ich fahre zwar auch sehr gerne Rennrad, aber mit dem Crosser, abseits der Straße unterwegs zu sein, gefällt mir noch eine Ecke besser. Durch die Natur zu fahren, spart den Autofahrern auch jede Menge Ärger und Stress, der ja derzeit durch einen Artikel in der Autobild auch noch ordentlich geschürt wird.

Wir fahren heute also mit den Crossern und nehmen als erstes mal die 14°C Hürde. Klamottentechnisch. Die Temperatur ist nämlich für’s radeln nicht so einfach. Es ist zusätzlich windig, was die Entscheidung für die richtige Lagenauswahl noch etwas schwieriger macht. Aber, ich würde ja nicht beim Zeugwart wohnen, wenn wir nicht auch dieses Thema vollumfänglich bearbeiten könnten. Ausgestattet mit kurzer Hose, Beinlingen, Überhose, Unterhemd, Wintertrikot und Windweste, sowie dicken Socken, Sommerschuhen und Überziehern, bin ich am Ende für unsere Radausfahrt gut präpariert. Dazu kommt noch ein Bufftuch für den Hals und eines, statt Mütze für unter den Helm. Ich trage außerdem lange Handschuhe, gerade beim Crosser fahren ist es wichtig den Lenker unter Kontrolle zu halten. Das geht mit kalten Fingern nicht gut.

Und zu radeln, wenn einem kalt ist, ist sowieso nicht prima. Dann ist es mir lieber ein bisschen zu warm. Als wir losfahren, habe ich aber schnell das Gefühl, dass es mir nicht wirklich viel zu warm sein dürfte. Der Wind bläst ordentlich und ich bin froh über die Windweste und die Überhose. Beides ist windundurchlässig und dementsprechend hat auch die Kälte hier keine Chance. An den Armen zieht es ein bisschen, aber es ist auszuhalten. Wir fahren zuerst an den Main und wollen dann auf den Industriebahn Radweg um einmal quer durch Offenbach zu fahren. Am anderen Ende der Stadt, wollen wir dann durch den Wald hindurch wieder nach Hause fahren. So ist der Plan.

Industriebahn Fahrradweg

Der Zeugwart plant diese Strecke, weil wir nicht so sicher sind, was das Wetter macht und ich auch nicht ganz so super fit bin. Das Schwimmtraining vom Freitag sitzt mir noch in den Knochen. Ich habe ganz schön Muskelkater und gerade beim radeln will ich nichts riskieren. Vor allem nicht, wo das Rookie Projekt am 1. November startet und ich dafür natürlich auch fit sein möchte. Und wenn es anfängt zu schütten, dann muß ich auch nicht noch 50km bis heim fahren, wenn ich ehrlich bin.

Am Main entlang bläst uns der Wind ordentlich entgegen und ich bin froh, als wir in Richtung Industriebahn abbiegen. Seit neustem, wahrscheinlich schon Jahre, aber für uns halt neu, steht hier auch ein Schild, um was es geht. Interessant, wie das früher mal aussaht mit den vielen Gleisen. Echt interessant. Toll, dass das hier jetzt erklärt ist. Wir fahren weiter und für mich ist es immer spannend eine Stadt nicht mit dem Auto zu durchqueren und komplett andere Straßen und Wege als sonst zu benutzen. An der Baustelle zum neuen Polizeipräsidium zum Beispiel, fahre ich sonst achtlos vorbei, heute kann ich mal genauer schauen.

Des Zeugwarts Fahrrad Navi führt uns hervorragend durch die Gegend und wir fahren bis zum Maunzen Weiher. Auf dem Schild sitzt sogar die namensgebende Katze, das ist mir beim letzten Mal, als wir hier waren, nicht aufgefallen. Das ist allerdings auch schon viele Jahre her, trotzdem bin ich mir sicher, dass ich sie damals nicht wahr genommen habe. Da wir heute keinen Stress haben und einfach nur so zum Spaß radeln, halten wir an und ich mache ein Foto. Damit ich mich in Zukunft an die Katze erinnern kann. Obwohl ich sie auch ohne Bild bestimmt nicht mehr vergessen werde.

Fahrrad Crosser Offenbach

Ich muß außerdem etwas essen. Es ist heute wirklich anstrengend. Vielleicht auch, weil es durch den Wald geht und der Zeugwart Wege aussucht, die zwar das Navi und er kennen, die aber für alle anderen Menschen auf dieser Welt überhaupt gar nicht als Wege zu erkennen sind. Wenn ich mich umdrehe, dann sehe ich nur Wald. Es ist praktisch nicht zu erkennen aus welcher Richtung ich jetzt hier her gekommen bin. Wirklich viel Weg ist eigentlich nie zu sehen. Wir fahren über Wurzeln, durch Schlamm und durch Blätterhaufen. Und das, obwohl die Bäume um uns rum noch wirklich ordentlich Blättermaterial an sich tragen…

Ab und an liegt mal ein Baum im Weg, den es beim Sturm ganz offenbar umgehauen hat. Drumrum ist manchmal möglich, manchmal aber auch nicht, so dass wir, ganz wie es dem Crosserfahren würdig ist, auch öfter mal absteigen und die Räder über die Bäume drüber heben. Über kleine Äste oder schon im Waldboden eingesunkene Stämme, springen wir einfach drüber. Während wir auf dem Rad sitzen. Dass es heute eine Techniktrainingsrunde wird, wusste ich nicht und ich glaube, der Zeugwart hatte das auch nicht so auf dem Schirm. Aber wir sind ja flexibel. Wir treffen ein paar Mountainbiker im Wald und als ich vollkommen die Orientierung verloren habe, hilft mir der Zeugwart mit der Aussage, dass wir jetzt noch rechts um die Kurve fahren, dann durchs Feuchtgebiet und dann schon am Sportplatz sind.

Crosser

Das Feuchtgebiet scheint allerdings trocken gelegt zu sein, denn rechts und links vom mittlerweile wieder gut erkennbaren Weg, sind tiefe Gräben gezogen worden. Der Wald hinter den Gräben dagegen ist trocken. Früher sah das hier mal ganz verwunschen aus, wie das Wasser im Wald stand, die Zeiten sind jetzt vorbei. Da das Feuchtgebiet kein wirkliches mehr ist, beginnt es jetzt zu regnen. Natürlich. Wäre ja auch zu schön gewesen, wenn das jetzt noch 10 Minuten trocken geblieben wäre… wir brauchen wahrscheinlich noch nicht mal mehr 10 Minuten bis heim. Aber egal. Schon klar, dass es halt ein Feuchtgebiet ist und wenn der Wald nicht mehr mitzieht, dann eben von oben.

Als wir die Räder daheim abstellen, kommt die Sonne wieder raus. Das war jetzt irgendwie auch vorhersehbar. Trotz wenig Weg und viel mehr Wald und Wurzeln, als erwartet, war das eine schöne Tour und ein guter Beginn für unsere herbstliche Crossersaison. Ich freue mich drauf, wenn ich bald wieder so fit bin, dass ich mit unserer Männergruppe mitfahren kann. Die kennen ja noch weniger Wege…

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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