Bourne und Rumpf


Ich glaube wirklich, die Chefin und ich müssen sprechen. Ich habe mich anscheinend zeittechnisch übernommen, anders ist mir die unfassbare Müdigkeit nicht zu erklären. Die viele Arbeit, alles was ansonsten noch anliegt und dann noch das Training. Jeder Blick auf den Trainingsplan macht mir derzeit ein schlechtes Gewissen. 

Und ob das Sinn der Sache ist, weiß ich nicht. Ich würde das Training lieber positiv, als Ausgleich, als separaten Fokus auf etwas Großes, betrachten und nicht als lästige Pflicht, weil sich sonst die ganze Trainingsplanschreiberei für die Chefin ja nicht lohnt. Aber derzeit ist das anders. Derzeit ist das Training belastend. Nicht, weil die Chefin eine Belastungswoche aufgeschrieben hat, sondern weil es nicht zum Ausgleich dient, sondern mich einfach fertig macht.

Heute arbeite ich lange, mein neuer Kollege bekommt tagsüber die Aufmerksamkeit, die er verdient, andere Kollegen brauchen Unterstützung und Rat, wir rasen auf den Jahresabschluss zu und da bringt es nun mal nichts, die Menschen mit ihren Fragen wegzuschicken, weil uns ansonsten das Murksgebuche ganz sicher spätestens in 4 Wochen vor die Füße knallt. Erfreulicherweise kommt mir die Arbeit nicht als Arbeit vor, ich mache es total gerne und bin sehr erfüllt. Aber natürlich kann ich, während ich im Büro am Schreibtisch sitze, keinen Trainingsplan der Chefin erfüllen, nicht einkaufen gehen und auch keinen Arztbesuch absolvieren. 

Mein Tag hat einfach nur eine begrenzte Anzahl an Stunden, wie das eben bei jedem der Fall ist. Heute komme ich deshalb wieder erst spät zum Training. Aber während des Freitag Abend Films noch Athletiktraining zu machen, hat noch keinem geschadet. Ich starte den Film über eine Stunde verspätet nochmals von Anfang an, weil das in der heutigen Welt dazugehört und tatsächlich fast normal ist. Für mich eher noch nicht. Ich gewöhne mich noch an die Möglichkeiten, die mir das große M, nach der Mondlandung und Martin Luther King so zu bieten hat. Die Werbung finde ich übrigens selten bescheuert, aber sie bleibt offensichtlich im Kopf und darauf kommt es ja schließlich an. 

Mit einem Neustart der Bourne Identität lege ich also auf meiner schicken, sommerlich anmutenden Matte los, und turne was die Muskeln hergeben. Ich soll mich heute vornehmlich um die Rumpfstabilität kümmern und während Jason Bourne also krampfhaft versucht herauszufinden wer er ist und was das alles soll, mache ich die spektakulärsten Übungen und merke tatsächlich auch eine kleine Verbesserung beim wirklich sehr unbeliebten Unterarmstütz. 

Wäre ja auch echt verrückt, wenn das gar nicht besser werden würde. Gar nicht geht einfach nicht. 

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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