Barcelona – ein Tapetenwechsel


Manchmal hilft ein Tapetenwechsel und sei er noch so klein. Der hilft spontan und ohne Verzögerung, direkt eben. Ein Tapetenwechsel bringt andere Eindrücke, andere Gedanken und reißt einen total aus dem Alltag, so dass der auf einmal ganz klein, unbedeutend und ganz weit weg erscheint. Der Zeugwart und ich verbringen diese Woche ein Wochenende in Barcelona. So richtig dagewesen sind wir bisher noch nicht, so dass wir gespannt und voller Vorfreude im Flugzeug sitzen. Ich habe schon mal einen Spaziergang durch die Stadt gemacht nach Feierabend vor ein paar Jahren und mir morgens die Sagrada Familia von außen betrachtet, aber das war auch schon alles. So richtig hat es eben noch nicht geklappt.

Jetzt haben wir zwei volle Tage und da der Arzt, die Physiotherapeutin und die Anleitung der Bandage alle in die gleiche Kerbe hauen, ist die Bandage mit im Gepäck um dieses Wochenende ordentlich zum Einsatz zu kommen. Ich soll sie ja bei jeder Belastung anziehen, so steht es geschrieben und so macht es nach der Erklärung der Problematik auch Sinn. Wie mein Körper Belastung einschätzt ist dabei entscheidend. Ein kurzer Gang ins Büro zählt nicht, aber eine Stadttour über viele Stunden zu Fuß schon. Ein paar Stufen sind nicht belastend, eine lange Treppe schon.

Ich kann aber in der Stadt die Bandage nicht ständig an- und ausziehen. Also checken der Zeugwart und ich nach der Ankunft flott in unserem Hotel ein und ich lege die Bandage an. Ich bin gespannt, wie sich der Tag als Knielahmer so anfühlt. Ich merke das Knie sonst eher danach. Im Anschluß an einen langen Tag raubt es mir die Nacht, wenn es anschwillt. Das Druckgefühl ist unangenehm, ich habe Schmerzen und bin von Erholung weit entfernt. Heute werde ich das Knie dafür wahrscheinlich tagsüber merken, weil es durch die Bandage in die richtigen Bahnen gelenkt wird und das sicherlich nicht so angenehm ist. Ich weiß es aber nicht. Deshalb probiere ich es einfach aus. Ändern kann ich es ja sowieso nicht und oftmals ist es besser auch nicht so skeptisch an ein Thema ranzugehen.

Der Zeugwart und ich haben ein wunderbares Wochenende in Barcelona. Wir besuchen die Sagrada Familia und den Triumphbogen, laufen durch weitläufig angelegte Parks, betrachten Gebäude und Staturen und bewundern südländische Spezialitäten, den Hafen und die kleinen Gässchen.

Wir laufen unheimlich viel herum, es fühlt sich nicht anstrengend oder unangenehm an, wir laufen einfach. Weil man laufend doch besonders viel in einer Stadt entdecken kann. Nur die Weite der Stadt schauen wir uns mit dem Bus an, steigen dann aber immer mal aus und laufen doch wieder ein Stück. Die Bandage ist ein guter Begleiter. Ich habe sie, obwohl wir uns noch nicht so lange kennen, nun tatsächlich gleich auf die richtige Position gesetzt und auch den Triggerpunkt spontan angenehm festgestellt. Und weil ich das ganz offenbar gleich passend gemacht habe, ist der Muskelkater am Abend auch entsprechend.

Die Oberschenkelinnenseite katert, das Knie fühlt sich dagegen großartig. Keine Schmerzen, kein wabbeliges Gefühl, keine Hautspannung. Das Knie hatte dank der Geradestellung durch die Bandage keine Chance dick zu werden. Wir sind am Abend ordentlich geschafft, aber das liegt an der Stadt und den vielen Eindrücken und nicht am Knie. Das lässt mich wunderbar schlafen und ist auch am morgen fast noch gut erholt. Der Tapetenwechsel war ein voller Erfolg! Und während der Zeugwart am Montag wieder in sein normales Büro spaziert, bleibe ich in der katalanischen Stadt und erledige meine Arbeit hier im Büro. Mit Blick auf die Sagrada Familia, deren Kräne den ganzen Tag in Aktion sind.

Clauditries

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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Über Clauditries

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