Wenn es einfach wäre… 4


… würde es anders heißen und nicht Rennrad kaufen. Es ist wirklich unfassbar, wie schwer ich mich damit tue einfach ein neues Rennrad zu kaufen. Also was heißt ein Neues. Ich habe ja derzeit gar kein Rennrad. Seit dem ich mein grünes Felt Rennrad vor Jahren verkauft habe, fahre ich Crosser, den aber manchmal mit Rennradreifen. Das geht soweit auch ganz gut. Aber es ist eben ein Crosser. Crosser haben eine andere Geometrie als Rennräder, es sind halt Geländeräder. Sie sind auch höher, damit man auch mal über ein Hindernis kommt. Das müssen Rennräder ja für gewöhnlich nicht.

Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwer ist. Wahrscheinlich ist es auch der Betrag, den so ein Rennrad in die Kasse reißt, für mich der Grund, dass ich noch immer überlege. Leider habe ich, entgegen meiner stetigen Hoffnung, bislang weder Goldesel noch Sponsoren und so kommen mir 4.000 – 6.000EUR je nach Marke und Ausstattung nicht so leicht über den Tresen. Überhaupt sind das stolze Summen für Fahrräder, aber was ist heutzutage schon günstig?

Wir fahren heute nochmals zu Canyon nach Koblenz damit ich mir dort die Frauenrennräder mal ausgiebig ansehen kann. Von etwas erzählt zu bekommen, ist immer noch anders, als etwas selbst zu fahren, das habe ich ja mittlerweile festgestellt. Also ergreife ich die Gelegenheit beim Schopfe. Gestern habe ich den Service angerufen und gefragt, ob die Räder in der Damenvariante und in meiner kleinen Größe für Probefahrten zur Verfügung stehen und heute können sie also gleich mal zeigen, was sie können.

Bei unserem letzten Besuch bei Canyon waren keine Damenräder aufgebaut, heute fahre ich meinen Unisex- Favoriten vom letzten Mal im direkten Vergleich zu den Damenmodellen. Das ist bei Canyon wirklich prima. Auch als kleiner Mensch kann man hier zwischen verschiedenen Modellen wählen und diese auch gleich Probe fahren. Das geht mir in anderen Radläden ja ganz ganz selten so. Rennräder werden wohl eher von Männern Probe gefahren und die sind in aller Regel größer als ich. Zusätzlich kann sich ein normaler Radladen einfach nicht 10 Radgrößen hinstellen, die müssen ja auch irgendwie finanziert und dann unter die Leute gebracht werden.

Koblenz

Verstehe ich alles, bringt mir aber so direkt nichts. Nachdem ich die Damenvarianten in zahlreichen Runden auf dem Parkplatz in gefühlt allen Gängen durchgenudelt habe, ist der Favorit gefunden und ich bin tatsächlich froh, dass wir nochmals hergefahren sind. Die Damenvariante des Ultimate fährt sich noch mal besser, als das Unisex Modell, finde ich. Heute fahre ich auch das Aerorad im Vergleich, aber das ist nicht so meins.

Fahrrad

Damit der Zeugwart sich auch einen Eindruck machen kann, wie gut oder schlecht so ein Rädchen voran kommt, und warum ich unbedingt die Di2 Schaltung haben möchte, fährt er ebenfalls das Ultimate und das Aerorad Probe. Natürlich in seiner Größe, denn auch die hat Canyon zum Probefahren selbstverständlich da. Wirklich cool finde ich das. Der Zeugwart finde das Ultimate ebenfalls am Besten und so stöbern wir, wie schon beim letzten Mal noch ein bisschen durch den Zubehörverkauf, trinken noch etwas und fahren dann wieder zurück nach Frankfurt.

Hier wird morgen eine riesige Weltkriegsbombe entschärft und 60.000 Menschen müssen die Sperrzone verlassen. Wir entscheiden uns auf dem Heimweg noch mal bei Flamme Rouge in der Nähe dieser Sperrzone, vorbei zu schauen. Hier waren wir schon mal im April und fühlten uns auch gut aufgehoben. Mittlerweile stehen ein paar Unica Räder hier, die wir uns schon auf der Triathlon Convention in Langen angeschaut haben und ich hoffe, dass ein Kleines dabei ist. Wirklich klein ist es nicht, aber so klein, dass ich es zumindest mal um den Block herum probieren kann. Hier wird Service tatsächlich auch ganz groß geschrieben. Nicht nur, dass man sich an uns erinnert und wie gesagt, wir waren im April hier, sondern das Rad wird auch geschwind umgeschraubt und angepasst.

Und zack, sitze ich drauf und fahre tatsächlich eine Runde um den Block. Unica baut wirklich sehr hübsche Räder, ich mag das Matte und die angeeckte Form. Und mit Motivationssprüchen kann man mir ja eh immer kommen. Für sowas bin ich sehr empfänglich. Die typische Markenfarbe ist ein helles angetürkistes Blau. Wunderschön. Und so fahre ich gleich noch ein bisschen lieber auf dem hübschen Fahrrad.

Leider muß ich aber schon nach der ersten Strasse feststellen, dass es das einfach nicht ist. Das wunderschöne Design vom Oberrohr, dass wirklich super toll aussieht, ist nicht für meine Beine gemacht. Auf deutsch, ich bin zu dick für das Rad, in Fachkreisen und um keine depressive Episode auszulösen, kann man auch muskulös dazu sagen. Aber egal. Meine Oberschenkel berühren die eckige Kante und das ist doof. Egal wie hübsch das Fahrrad ist, es nervt und ich kann so auf keinen Fall länger fahren. Und schon gar nicht für ein paar tausend Euro, das ist wohl eh klar.

Also so eine Probefahrt ist wirklich Gold wert! Das Unica Rad hätte ich mir ungefahren eigentlich sofort gekauft, weil es mir so gut gefällt. Wir landen also wieder zurück beim Ladenlokal und arbeiten uns im Angebot weiter vor. Das Orbea habe ich von der Probefahrt noch in Erinnerung und jetzt fängt wohl auch Bianchi an mit Scheibenbremsen  und elektronischer Schaltung. Das einzig Blöde bei Bianchi ist,  dass die Oberrohrlänge im Verhältnis lang bleibt, wenn das Rad kleiner wird. Bei Bianchi haben die Menschen also kurze Beine und trotzdem einen gleichlangen Oberkörper. So ist das bei mir nicht und deshalb passe ich nicht drauf.

Mittlerweile kann ich also schon ein paar Räder ausschließen, die einfach nicht in Frage kommen. Das hilft zwar bei der Entscheidung, welches Rennrad es denn nun werden wird, nur bedingt, aber zumindest wird die Auswahl stets kleiner. So kann man auch vorgehen, immerhin führen ja auch viele Wege nach Rom. Und irgendwann treffe ich einfach eine Bauchentscheidung und dann wird sie eben die Richtige sein. Ewig kann es nicht mehr dauern.

 

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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