Gegenwind – Donnerstag


Der Charmeur hat aus seinem Abenteuerdienstag gelernt und mitgeteilt, dass er Walter Mitty so schnell nicht mehr begleiten wird. Er ist der Meinung dass es schlichtweg für normale Menschen gar nicht möglich ist Herr Mitty’s Geschwindigkeit zu laufen und insofern ist jedwede Begleitung sowieso indiskutabel.

Donnerstags ist bei uns im Büro Sporttag. Irgendwie geht jeder laufen und die Dusche ist im Dauerbetrieb. Gut, wenn nicht alle gemeinsam losrennen, sondern man das schön in Etappen macht. Ich bin was Begleitung angeht sowieso autark und wenn überhaupt, ist der Charmeur mit mir am Start. Als wir gegen Ende der üblichen Mittagspausenzeit dann umgezogen sind, sitzt Walter Mitty frisch geduscht und ordentlich frisch riechend wieder an seinem Schreibtisch und ich schicke ihm meinen Garmin Track. Falls was ist und der Charmeur sich mit spritziger Beschleunigung jäh entfernt hat.

Als der Charmeur und ich loslaufen, erkläre ich kurz den Weg und dass wir heute nicht die ganze Zeit quatschen können. Er darf gerne, aber ich werde meine Kräfte komplett in meinen Willen investieren und deshalb schweigen. Wir laufen mit einer ordentlichen Geschwindigkeit los und der Charmeur schweigt. Der Wind bläst und eisig ins Gesicht und hier auf dem freien Feld habe wir noch nicht mal einen Busch, der uns irgendwie kurzzeitig schützen könnte. Der Wind hat freie Bahn.

Wir kämpfen. Heute ist der „einfach machen“ Donnerstag, weil ich 6km laufen möchte und es selbstverständlich zahlreiche Ausreden gibt, warum das zu anstrengend ist. Und der Wind tut sein übriges und es ist auch ein richtiger Kampf nicht einfach umzudrehen, sondern tatsächlich durchzuziehen. Übung für den Kopf und für die Beine also, der Tonangeber denkt in diesem Rookie Projekt wirklich an alles.

Als wir den Wind dann wieder im Rücken haben, geht es nicht viel einfacher, als mit dem Gegenwind. Das denke ich genau so lange, bis wir wieder eine Kurve nehmen und der Wind wieder von schräg vorne kommt. Unfassbar, ich nehme alles zurück! Mit Rückenwind geht es viel einfacher. Ich beschleunige leicht, für den Charmeur kaum zu merken, damit wir diese Gegenwindpassage schnell hinter uns haben. Wenn wir die 6km laufen möchten, dann müssen wir eine Kunstschleife laufen, statt auf direktem Weg zurück. Wir laufen also noch mal eine Ecke mehr.

Hier geht’s Berg an, mit Gegenwind. Eine tückische Kombination. Ich lasse den Charmeur ziehen und er flitzt deutlich beschleunigt zurück ins Büro. Allerdings macht er den 6km Bogen nicht voll und läuft so nur genauso weit, wie sonst auch. Ich quäle mich durch. Der Gegenwind ist eisig, der Winter kommt, da kann man sich total sicher sein. Es riecht auch noch nach Schnee… da kommt bestimmt was auf uns zu.

Ich komme nach 6km im Büro an und bin sehr zufrieden, dass ich es durchgezogen habe. Trotz Gegenwind und eisiger Kälte. Manchmal muss man wirklich einfach machen, weil es nur daran liegt durchzuziehen.

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Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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