Konditionstraining im Süden


Meine Woche ist wirklich anstrengend. Ich habe außer meinen Physiotherapieterminen auch noch eine Geschäftsreise nach Südfrankreich auf dem Plan, wo ich ein paar Tage versuche, das gute Wetter auszunutzen und möglichst viel Zeit außerhalb des Büros zu verbringen. Leider sind solche guten Vorsätze auf Geschäftsreisen, zumindest für mich, niemals umsetzbar. Ich sitze meistens länger im Büro als normalerweise, denn, wenn ich schon mal da bin, dann soll es sich ja auch lohnen, und gerade zu dieser Jahreszeit heißt das, dass ich mir das meiste -wenn überhaupt- bei Dunkelheit ansehen kann.

Nizza

Allerdings lohnen sich manche Ziele natürlich, egal ob es dunkel ist, oder nicht. Das ist auch klar. Und weil ich das weiß, betrachte ich mir die Altstadt von Nizza am gestrigen Abend, schlendere durch die noch angenehm temperierten, kleinen, verwinkelten Gassen und rieche das Meer. Nizza kann man gut erlaufen bzw. in meinem Fall natürlich eher spazieren. Die Stadt ist nicht riesig und hat auch bei Dunkelheit oder am frühen morgen einiges zu bieten, was man sich als nicht Nizzarianer gut ansehen kann. Schon die Weihnachtsdekoration ist absolut sehenswert, obwohl die Franzosen hier an der Côte d’Azur niemals weiße Weihnachten sehen oder auch nur ansatzweise kühle Temperaturen haben.

Winter im Süden

Aber weil der Franzose an sich eher modebewußt daherkommt, laufen mir bei 15°C jede Menge Herrschaften in Winterjacken, schicken Wintermänteln und Pudelmützen entgegen. Entweder sinkt die Temperatur in der Altstadt oder in Richtung Meer spürbar ab, oder man möchte auch einfach mal diese Garderobe ausführen? Ich habe noch nicht mal meine Winterjacke dabei!

Die kleinen Gassen der Altstadt führen früher oder später alle irgendwie ans Meer und sind wirklich ganz zauberhaft. Da lohnt sich so ein morgendlicher Schlenker auf dem Weg ins Büro richtig.

Côte d’Azur

Heute nach der Arbeit bin ich eigentlich ziemlich geschafft. Aber man lebt nur einmal, das stelle ich in der letzten Zeit immer wieder erschrocken fest. Schneller als man es sich vorstellen kann, ist alles vorbei oder alles anders und man hätte unheimlich gerne noch dies oder das gemacht, getan oder gesehen. Es ist also für mich heute klar, dass ich -egal wie spät ich aus dem Büro rauskomme- noch unbedingt nach Monaco fahren möchte. Abendessen muß ich sowieso, warum also nicht in Monaco, das nur eine halbe Stunde von Nizza entfernt liegt?

Monaco

Die Küstenstrasse windet sich mit vielen tollen Ausblicken am Meer entlang. Tagsüber könnte man sicherlich sehr schön weit schauen, jetzt, in der Dunkelheit sieht man in der Ferne nur, wo die Küste langgeht, weil alles beleuchtet ist. Und man sieht die Jachten auf dem Wasser, die alle so toll beleuchtet sind, als hätten sie ihr eigenes Elektrizitätswerk direkt mit dabei. Da liegt ordentlich Geld im Wasser, anders kann man es nicht sagen.

Die Stadt begrüßt mich mit guten Weihnachtswünschen und nachdem ich in eines der günstigsten Parkhäuser auf dem Planeten gefahren bin, geht es gleich los, mit der Besichtigung. Ich laufe zum Schloß, wo Albert auch tatsächlich wohnt. Der Hügel, samt Schloß, Hochzeitskirche von Grace Kelly und jeder Menge Angestelltenwohnungen, ist höher als gedacht. Als ich aber oben bin, lohnt sich jeder Aufstiegszentimeter, der auch gleichzeitig meine Kondition ganz schön gefordert hat. Der Blick ist der Wahnsinn!

Unten in der Stadt suche ich mir ein Restaurant und bin, wie bereits beim Parkhaus, über die Kosten regelrecht positiv überrascht. Nachdem das Auto dann für ganze 90Cent ausgelöst wurde, weil auch in Monaco ein Feierabendtarif gilt, fahre ich noch zum Casino und natürlich über die Formel 1 Strecke. Durch den Tunnel, und natürlich auch die kurvige Strasse hinunter. Solange es geht, muß man das Leben genießen.

Als ich zurück im Hotel bin, falle ich todmüde ins Bett. Der Tag morgen wird bestimmt wieder anstrengend, aber das Konditionstraining durch Monaco und gestern durch Nizza hat sich unbedingt gelohnt!

Clauditries

Unter dem Alias Clauditries schreibe ich meinen Blog Claudi gives it a TRI seit Mai 2011 als Triathlon - Trainingstagebuch mit all den Geschichten, die abseits vom Zahlenwerk der absolvierten Kilometer und des Durchschnittspulses zu finden sind.

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