Als ich Ende letzten Jahres mit meiner im Winter beim Radfahren stets beschlagenden Sportbrille zum Optiker wollte, hatte sich der Zeugwart -dem Himmel sei Dank- an die Triathlonmesse beim 70.3 Wiesbaden erinnert. Dort waren wir nämlich im August letzten Jahres, wurden am Adidas Sportbrillenstand ganz überragend beraten und nahmen einen Flyer mit. Und genau diesen, der Firma Meyeroptik in Bruchköbel, kramte der Zeugwart in unseren Weihnachtsferien 2014 heraus. Hier standen nicht nur Sportbrilen sondern eben auch Informationen zur Kontaktlinse drauf.

Es ist wirklich gut, wenn man einen Zeugwart daheim hat. Ich schmeisse solche Sachen ja immer -fast- sofort weg und lösche mein Gedächtnis, so dass ich mich ein paar Monate später nicht mehr zurückerinnern könnte. Um ehrlich zu sein, würde mein Erinnerungsvermögen höchstwahrscheinlich bereits nach ein paar Tagen keine verlässliche Auskunft mehr hergeben. Nicht so beim Zeugwart. Er weiß nicht nur, dass wir auf der Messe waren und an dem Stand super beraten wurden, er weiß auch wo der Flyer liegt. Und zu guter letzt kennt er auch den Weg nach Bruchköbel. Was eine glückliche Fügung.

Dezember – wie alles begann

In Bruchköbel werden wir also Ende Dezember vorstellig, weil meine Sportbrille von Adidas eine Doppelglasscheibe (optische Gläser hinter bzw. vor – je nach dem wie man es eben betrachtet- Sportscheibe) hat und diese ständig beschlägt. Auf den optischen Gläsern, auf der Scheibe und vor allem dazwischen, was einen beim Rad fahren schier in den Wahnsinn treiben kann. Da ist es schon neblig und dunkel im Wald, und dann auch noch eine beschlagene Brille. Sehr unpraktisch. Ich habe -7 Dioptrien, so dass „ohne Brille fahren“ auch keine wirkliche Alternative ist. Da ich aber auf keinen Fall auf das Crosser fahren im Winter verzichten möchte, muß eine Lösung her.

Adidas Sportbrille

Meine Hoffnungen liegen also irgendwie komplett auf diesem Optikerbesuch. Es ist für uns das erste Mal in Bruchköbel. Unser Augenoptiker hat sich was Sportbrillen angeht bisher nicht mit Ruhm bekleckert und so fällt es mir leicht zum offensichtlichen Profi zu wechseln. Mein Anliegen wird hier auch gleich genaustens durchleuchtet und ich lasse einige Brillen ganz leicht und spontan plötzlich beschlagen. Sportbrillen mit doppelter Scheibe scheinen bei mir tatsächlich dieses Problem auszulösen. Es ist also egal, ob ich meine alte Sportbrille behalte, oder mit einer neu gekauften hier rausgehe. Beschlagen werden sie beide.

Eine Alternative muß her

Die Alternative ist der Griff zur Kontaktlinse. Bei meiner Sehbehinderung, bei der die Hornhautverkrümmung am meisten Probleme aufwirft, gingen früher, als ich jung war, nur harte Kontaktlinsen. Das wurde mal versucht, aber nicht als besonders angenehm empfunden und deshalb nie wieder angetastet. Jetzt, mit erweiterter Technik und mit besseren Materialien wäre es allerdings einen Versuch wert, sagt die freundliche Mitarbeiterin.

Das Anpassen der Kontaktlinse und das Ausmessen des Auges passiert dann bei einem extra Termin. Und schon wenige Tage nach der genauen Messung bekomme ich eine SMS und damit die Information, dass ich meine ersten Linsen abholen kann. Etwas aufregend ist das schon. Der erste Termin zum Einsetzen der Kontaktlinsen ist ziemlich spannend. Ich übe das Ein- und Aussetzen, wobei rein von Anbeginn an wesentlich leichter ist als raus. Bis ich die Linse zu fassen kriegen dauert es. Nicht nur an diesem Tag… ich verbringe viel Übungszeit damit die Kontaktlinse aus meinem Auge rauszuholen. Sehr viel Übungszeit.

Kontaktlinse im Auge

Ich fluche, weine und bin massiv frustriert. Es kann doch nicht sein, dass so etwas kleines, wie eine Kontaktlinse einen erwachsenen Triathleten voll an die Grenze der Belastbarkeit bringt? Unglaublich. An manchen Tagen während meiner Anpassungsphase, die sich über Monate hinzieht, brauche ich fast eine Stunde um die Linse aus einem Auge rauszubekommen.

Manchmal schiesst sie raus, manchmal sitzt sie so fest, dass ich sie einfach nicht zu fassen bekomme. Die Augen werden rot und gereizt und vor Frust weine ich dabei. Das ist der Linse aber egal. Sie sitzt bombenfest am Auge und läßt sich nicht abwimmeln. Aber, wie so oft auch in diesem Fall: Übung macht den Meister und so bekomme ich für den Notfall eine Pinzette, die ich für den Kopf ab sofort beim rausnehmen Griffbereit habe, und nach einigen Wochen der Linsenübung klappt es dann auch bei mir.

Ich bin beim ersten Versuch rein- und beim ersten Versuch raus angekommen! Was ein Fest.

Nach vielen Übungslinsen, die sich in der Sehschärfe, im Drehen und im Tragekomfort langsam aber sicher an meine perfekte Kontaktlinse rantasten, bin ich tatsächlich geübt. Das rein- und rausnehmen, das Saubermachen und aufbewahren, alles flutscht nach einiger Zeit und ich entwickle eine regelrechte Routine.

Endlich – die richtige Kontaktlinse

Nach einer langen Anpassungszeit, wegen meiner sehr ausgeprägten Hornhautverkrümmung ist die richtige Linse für jedes meiner Augen dann im Juli endlich gefunden und ich kann in eine Kontaktlinsenträgernormalität übergehen. Ein kontaktlinsenfreier Tag pro Woche, keine beschlagenen Brillengläser mehr beim Sport, Dusche und Schwimmbecken sind prima zu erkennen, im Fitnessstudio greife ich nun immer zur richtigen Shampooflasche. Kontaktlinsen zu tragen ist für mich purer Luxus. Eine ganz neue Lebensqualität.

Und auch hier, wie beim Triathlon auch, lohnt es sich durchzuhalten!

Bis die Kontaklinse paßt und bis man die Handhabung eingeübt hat. Ich habe 35 Jahre lang eine Brille getragen und verstehe, dass man das gerne tut. Brille tragen ist normalerweise sehr bequem. Trotzdem kann ich jedem Brillenträger empfehlen es doch mal mit Kontaktlinsen zu probieren. Das Sehfeld ist größer, meistens sieht man noch etwas besser als mit einer richtig auskorrigierenden Brille und wenn es bei meinen Werten klappt, inklusive starker Hornhautverkrümmung und anfänglichen motorischen Problematiken in der Handhabung, kann man sich sicher sein, ein guter Optiker bekommt es bei jedem hin. Ich kann dafür im Rhein-Main Gebiet Meyer Optik in Bruchköbel empfehlen. Auch eine längere Anfahrt lohnt sich für die Geduld, die Freundlichkeit und die fachliche Kompetenz mit der dort agiert wird.

Ich bin mit meinen Kontaktlinsen dort jetzt in einem Abonnement bei dem ich mich organisatorisch um nichts kümmern muß. Diesen Artikel schreibe ich, weil ich andere Brillenträger dazu ermutigen möchte, diesen Schritt zu gehen. Auch ich war lange skeptisch und bin nun wirklich froh, dass ich dort, auf der Suche nach einer Sportbrille den entscheidenden Tipp bekommen habe.

Ganz herzlichen Dank an das Team von Meyer Optik in Bruchköbel! Für die Geduld, das positive Denken, die Hilfestellung, das Zuhören und natürlich die hervorragende Linsenanpassung, die mir täglich eine neue Lebensqualität eröffnet!

Für mein Abo zahle ich übrigens den ganz normalen Preis und werde auch ansonsten, wie ein ganz normaler Kontaktlinsenkunde behandelt.