Ich bin auf Geschäftsreise und wohne in einem Hotelzimmer. Das ist unter Pandemiebedingungen schon komisch. Bereits die Anreise war ganz schön dämlich, wirkte unstrukturiert und so manche Kontrolle war mehr Witz als hilfreich. Am Frankfurter Flughafen, wo ich einchecke, stehe ich in einer Schlange bis zur Kofferabgabehalle um zur Sicherheitskontrolle überhaupt erst vorgelassene zu werden. Abstand? Fehlanzeige! Darauf achtet praktisch keiner der Reisenden und in die Lücke, die ich zu meinem Vordermann lasse, will sich sogar jemand reinstellen. Die Sicherheitskontrolle ist zwar modernisiert, aber nicht wirklich anders organisiert als früher.

Bis zum Flugzeug werden wir Passagiere weiterhin großzügig darauf hingewiesen, dass wir Abstand halten sollen. Das Einsteigen in den Flieger erfolgt dann als große Menschentraube und die Maschine ist auch voll besetzt. Abstand? Fehlanzeige. Mittlerweile muss man sich das Flugzeugessen kaufen, wenn man welches haben möchte. Auch bei einem Flug, der über 2 Stunden lang ist, wie meiner nach Helsinki. Ich kaufe aber nichts. So gut war Flugzeugessen nie, dass ich dafür extra Geld ausgeben würde. Die Einreise in Helsinki ist dann anders, aber nicht weniger komisch. Ausgestiegen wird nach Reihen. 

Meinen Ausweis will keiner sehen. Mein Impfzertifikat zeige ich als Barcode auf meinem Mobiltelefon. Die zuständige Dame schaut sich den Barcode an, ohne mein Telefon in die Hand zu nehmen oder den Bildschirm zu berühren. Wer vom Fach ist weiß, sie sieht meinen Namen, den Schriftzug „Impfzertifikat“ und den Barcode. Nichts weiter. Aber ich kann nach Finland einreisen. Die Zugfahrt gestaltet sich spannend, weil ich kein Finnisch spreche und natürlich immer die Endhaltestellen angegeben sind. Aber ich schaffe es nach Lahti

Im Hotelzimmer will ich vor allem mein Dehn Programm durchziehen. Ich mache immer alles möglich an Sport, aber das Dehnen vernachlässige ich. Wahrscheinlich wie die meisten Freizeitsportler. Um im Hotelzimmer keine Ausrede zu haben, habe ich meine Reiseyogamatte* dabei. Die ist faltbar und hat prima in den Koffer gepasst. Sie ist genauso rutschfest, wie meine Yogamatte* für daheim, aber nicht so gut gepolstert. Das passt für das Hotelzimmer Szenario aber gut. Hauptsache ich wälze mich nicht auf dem Boden herum. Und im Bett ist die Matratze dafür auch nicht geeignet.

Das Dehn Programm im Hotelzimmer läuft ganz gut. Obwohl ich glaube, das Dehnen nach so einer langen Anreise mit Flugzeug und Bahn wirklich noch eine größere Quälerei ist, als sonst schon. Und erst kürzlich habe ich von meiner Physiotherapeutin gelernt, dass erst ab zwei Minuten Dehnung ein therapeutischer Effekt einsetzt. Ich gebe mir also Mühe zwei Minuten durchzuhalten. Und ich stelle fest, dass zwei Minuten wirklich sehr lange sein können. Aber gut. 

Von nichts, kommt ja bekanntlich auch nichts.