Nachdem ich das Hörbuch von Thorsten Schröder, dem Nachrichtensprecher aus Hamburg, ja bereits als recht kurzweilig empfunden habe, bin ich neugierig, auf sein neues Buch. Immerhin saß ich beim Ironman Hamburg auf der Awards Party direkt neben dran, als er aufgerufen wurde, und seinen Hawaii Slot entgegen nehmen konnte. Mit jeder Faser ist also sein neustes Wert und berichtet über den Weg zum Ironman Hawaii. Ich habe das Rezensionsexemplar kostenfrei zugeschickt bekommen. Das Buch ist im Buchhandel zum Preis von 20 EUR zu kaufen und ist im EMF Verlag erschienen.

Das Buch lockt mich alleine wegen des Titels und weil ich schon beim hören seines ersten Buches „Nachrichten vom Ironman“ nicht den Eindruck hatte, dass ein Autor schreibt, sondern einer, wie Du und ich. Thorsten Schröder schreibt frei von der Leber weg, er wählt keine komplizierten Sätze oder schillernde Vergleiche. Sein erstes Buch war fast ein Tagebuch und so ist es auch mit diesem hier. Mit jeder Faser berichtet erst recht detailliert über die Kindheit und die Liebe zum Fußball, die dann jäh begraben werden musste und dann darüber, wie die Liebe zum Triathlon aufflammt.

Irgendwie ein Tagebuch

Ein Tagebuch im Schnelldurchgang, bis es zu den wesentlichen Themen kommt. Für den Leser ist es zwar entscheidend, woher Thorsten Schröder kommt, aber irgendwie hat man eh den Eindruck, dass man ihn kennt. Wenn man jemanden regelmäßig im Fernsehen sieht, bekommt man das Gefühl. Da kann man gar nichts gegen machen. Und weil Thorsten Schröder eben so natürlich, ohne große Umwege von seinem großen Traum, der Qualifikation für die Ironman Weltmeisterschaft schreibt, deshalb kann man das Buch gut lesen.

Erfreulich leicht verdaulich lese ich mich durch die Kindheit mit all ihren Tücken und Enttäuschungen bis hin zur „fast“ Gegenwart. Das Buch ist nicht direkt packend geschrieben, aber es geht leicht von der Hand und lässt sich einfach gut lesen. Es ist kurzweilig und weil ich Thorsten schon durch das Hörbuch besser kennengelernt habe, bekomme ich den Eindruck, dass wir eine Verbindung haben. Und durch das Thema Triathlon und weil ich bei den beiden Rennen bei denen er die Qualifikation versucht hat, dabei war, erst recht. Obwohl er es nicht weiß, das verbindet uns.

Besonders interessant finde ich seinen Schritt zum Sportpsychologen Heiko Ziemainz. Es ist einfach toll beschrieben, wie viel Macht der Kopf hat und was mentale Stärke eben bedeutet. Und ohne große Zauberei zeigt „Mit jeder Faser“, dass es immer ein langsames Herantasten ist und wie sich realistische Ziele positiv auf das gesamte Empfinden auswirken. Wie sich die Zusammenarbeit mit einem Trainer lohnen kann, weil er den Druck der Planung von den Schultern nimmt, finde ich beschreibt das Buch ebenfalls großartig. Und das ganze immer recht bodenständig.

Ganz normal

Man merkt, dass Thorsten Schröder ein Sportler ist. Ganz normal, ohne großartiges Autorenkönnen. Er schreibt, wie ihm die Gedanken kommen und das passt einfach. Dass ihm der Sport Spaß macht und es eben das absolute Highlight war, ihn mit einer Teilnahme beim Ironman Hawaii zu krönen. Um das eigentliche Hawaii Rennen geht’s im Buch übrigens nur auf den letzten 30 Seiten.

Der Klappentext schließt mit den Worten : „Für alle Triathlonfans und solche, die es werden möchten.“ und da hat jemand den Nagel einfach auf den Kopf getroffen. Ich glaube, das Buch ist eine großartige Brücke für all diejenigen, die den letzten Schritt in die Seele eines Triathleten noch nicht gewagt haben. Vielleicht braucht Ihr ja für genau so jemanden noch ein passendes Weihnachtsgeschenk?